Alternative App Stores: Apple macht gegen App-Sideloading mobil

Die freie Installation von Apps würde das iPhone einer Malware-Flut à la Android aussetzen, warnt Apple. Dem Konzern droht eine erzwungene Öffnung.

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Apple - App Store

(Bild: dpa, Ritchie B. Tongo/EPA)

Von
  • Leo Becker

Apple hat sich deutlich gegen alternative App-Läden auf dem iPhone ausgesprochen: Wenn sich Software aus beliebigen Quellen beziehen lasse, führe das unmittelbar zu Sicherheitsrisiken, wie Apple am Mittwoch betonte – unter Verweis auf Malware für Android.

Nur die Kontrolle über den App Store und die Prüfung jeder App könne im Zusammenspiel mit den Sicherheitsfunktionen des Betriebssystems dafür sorgen, dass Schad-Software sich nicht verbreiten kann.

Selbst für Nutzer, die ihre Apps auch nach einer Öffnung von iOS weiter aus dem App Store beziehen, würde die Möglichkeit zum "Sideloading" – freie Installation von Software aus unterschiedlichen Quellen – die Sicherheit verschlechtern, argumentiert Apple: Andere App-Läden könnten sich als der App Store tarnen oder die Nutzer seien plötzlich gezwungen, bestimmte Apps direkt auf ihre Geräte zu laden, weil die Software nicht länger im App Store vertrieben wird.

Das würde zugleich bestehende Schutz- und Datenschutzfunktionen aushebeln. Angreifer würden dadurch zudem neue Möglichkeiten erhalten, Systemschwachstellen auszunutzen, meint Apple.

Apple-Chef Tim Cook hat sich bereits in der vergangenen Woche klar gegen bestimmte Passagen des für die EU geplanten Gesetzes über digitale Märkte (Digital Markets Act – DMA) ausgesprochen. Ein gesetzlich erzwungenes Sideloading sei "nicht im besten Interesse der Nutzer", es schädige Datenschutz und Sicherheit, erklärte Cook. Man wolle nun einen konstruktiven Dialog darüber führen.

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager hatte Mitte Juni zu alternativen App-Läden gedrängt: Wer mit den Preisen in einem Supermarkt nicht zufrieden ist, gehe einfach in den nächsten – das müsse auch beim App-Vertrieb gelten. Sicherheit sei wichtig, doch der App-Prüfprozess dürfe es Konkurrenten nicht schwerer machen, so die Wettbewerbskommissarin.

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Zuvor hatte Apples Software-Chef Craig Federighi im Rechtsstreit mit Epic Games erläutert, offene Plattformen seien ein Magnet für Malware – das gelte auch für macOS. Auf Macs würden aber viel weniger Programme installiert und es seien gewöhnlich auch nicht ganz so viele sensible Daten darauf gespeichert wie auf Smartphones. Zudem sei der Mac weiterhin nur ein kleines Ziel, die Zahl der iOS-Nutzer sei rund zehnmal größer und ein entsprechend attraktiveres Ziel für Malware.

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(lbe)