Apple öffnet iPhone und iPad für Browser-Erweiterungen

WebExtensions dürfen ab iOS 15 in Safari auf iPhone und iPad. Mit Google, Mozilla und Microsoft arbeitet Apple an der Vereinheitlichung der Erweiterungen.

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Extensions brauchen die Erlaubnis des Nutzers – für jede anzupassende Website.

(Bild: Apple)

Von
  • Leo Becker

Klassische Browser-Erweiterungen dürfen künftig auf iPhone und iPad: Die iOS-Version von Safari unterstützt ab Herbst mit iOS 15 WebExtensions, wie Apple ankündigte. WebExtensions sind ein Browser-übergreifender Standard zur Entwicklung von Erweiterungen, die auf Web-Techniken wie CSS und JavaScript aufsetzen. iPhone-Nutzer und -Nutzerinnen werden damit erstmals in der Lage sein, den vorinstallierten Browser umfassend um zusätzliche Funktionen zu erweitern, Entwickler erhalten Zugang zu einer bislang verschlossenen Plattform.

Da die Extensions weitreichenden Einblick in Web-Inhalte nehmen können, erfordert die Verwendung einer Erweiterung erst eine Einwilligung durch den Nutzer – und zwar für jede Webseite, auf der diese zum Einsatz kommen soll, wie Apple auf der Entwicklerkonferenz WWDC mitteilte. Die Einwilligung lässt sich auf einen Tag beschränken oder langfristig erteilen. Zudem wird Safari in der Adressleiste einen kleinen Hinweis einblenden, sobald eine Extension auf Inhalte der bereits bewilligten Webseite zugreifen kann. Diese Schutzfunktion macht typische Erweiterungen wie Werbe- oder Skript-Blocker wenig praktikabel, für diese Art von Erweiterung sieht Apple weiterhin den seit längerem bestehenden Content-Blocker-Weg vor.

Für simplere Browser-Erweiterungen, die keine sensiblen Daten auslesen können, wird keine Zustimmung des Nutzers benötigt, merkt Apple an. Diese funktionieren dann nur für die aufgerufene Webseite im gerade aktiven Tab. Wird dieser geschlossen oder eine andere URL aufgerufen, verliert die Erweiterung ihre Zugriffsberechtigung – der Nutzer muss sie bei Bedarf dann neu aktivieren.

Den WebExtensions-Standard unterstützt Apple seit vergangenem Jahr in der macOS-Version von Safari. Apple bietet einen "Web Extension Converter" an, mit dem Extensions-Anbieter eine für andere Browser bestehende Erweiterung für Safari anpassen können. In Xcode 13 wird damit automatisch eine Extension für macOS und iOS erstellt, so Apple.

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Noch ist wenig Leben in die neuen Safari-Erweiterungen gekommen, weil diese auch auf dem Mac nur über Apples App Store vertrieben werden dürfen. Mit der Öffnung von Safari auf iPhone und iPad schafft das Unternehmen nun deutlich mehr Anreiz, Extensions für Safari anzubieten. Auf iOS sind Entwickler diesen Weg zum Vertrieb von Software zwangsläufig gewohnt.

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Gemeinsam mit Google, Mozilla und Microsoft hat Apple sich jüngst zur WebExtensions Community Group zusammengeschlossen, um den Standard voranzubringen: Man wolle Schnittstellen, Funktionalität und Freigaben für die Browser-Erweiterungen vereinheitlichen, um es Entwicklern leichter zu machen, diese für alle Browser anzubieten. Zugleich sollen die APIs dafür sorgen, dass Leistungseinbußen und Missbrauch durch Extensions möglichst ausgeschlossen werden.

(lbe)