Apple: seit 40 Jahren mit dem europäischen Headquarter in Irland

Das europäische Hauptquartier des iPhone-Konzerns feiert ein Jubiläum – und betont damit seine wirtschaftliche Wichtigkeit. Das soll auch bei der EU punkten.

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Apple endmontiert in Cork auch einige Macs.

(Bild: Apple)

Von
  • Ben Schwan

Seit genau vier Jahrzehnten betreibt Apple seinen wichtigsten europäischen Standort. Die Niederlassung in Cork in der Republik Irland wurde 1980 eingerichtet und war damals die erste Apple-Gründung außerhalb der USA überhaupt.

Obwohl Apple noch eine große Präsenz in London hat, die trotz Brexit künftig weiter ausgebaut werden soll, ist Cork das Herz der "European Operations". Hier gibt es sogar noch eine Fabrik, die iMacs zusammenschraubt, einen wichtigen Supportstandort, der unter anderem auch Deutschland versorgt, sowie große Lager- und Verwaltungszentren.

1980 ging es bescheiden mit 60 Mitarbeitern los. Mittlerweile hat Apple hier 6000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich auf einen großen Campus verteilen. AppleCare, Operations und Logistics sind mit Menschen aus 90 Nationalitäten besetzt. Der Standort läuft laut Apple-Angaben mit "100 Prozent sauberer Energie", nutzt etwa 200 Solarthermiepanels. Man unterstütze zudem "über 400 registrierte Wohltätigkeitsorganisationen in Irland" im Rahmen seines "Giving"-Programms

Das Jubiläum wird von Apple auch deshalb so stark betont, weil der Konzern beweisen will, dass er in Irland tatsächlich ein großes Geschäft betreibt. Er nutzt den Standort zusätzlich auch noch als Steuersparoase, wie die Kartellwächter der EU-Kommission in einem großangelegten Verfahren belegt haben wollen. Aktuell gibt es hier ein Berufungsverfahren vor dem EuGH.

Apple soll eine Steuernachforderung von 13 Milliarden Euro entrichten, weil der Konzern illegale Subventionen erhalten haben soll. Der Fall zieht sich schon Jahre hin. EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager hatte Apple im August 2016 aufgefordert, die Milliardensumme in Irland nachzuzahlen, weil das Land dem Konzern eine unzulässige Sonderbehandlung bei den Steuerkonditionen gewährt habe. Apple und auch Irland selbst wehren sich dagegen.

Die Schlüsselfrage in dem Verfahren ist, welcher Anteil des in Irland angesammelten Geldes – Apple hat hier wie erwähnt seine wichtigsten europäische Töchter – in dem Land hätte versteuert werden müssen. Der iPhone-Konzern betonte vor dem EU-Gericht, dass die Erträge der zwei irischen Apple-Firmen, um die es in dem Fall konkret geht, vor allem in den USA zu versteuern gewesen seien. (bsc)