Apple verlagert angeblich weitere Teile der Fertigung von China nach Vietnam

Auftragsfertiger Foxconn soll eine Endmontage von Macs und iPads auch in Vietnam vornehmen. Apple wolle damit die Abhängigkeit vom Standort China verringern.

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Apple Store

(Bild: dpa, Quan'yajun/SIPA Asia via ZUMA Wire/dpa)

Von
  • Leo Becker

Apple stellt zieht offenbar weitere Teile von Endmontage und Produktion aus China ab: Auftragsfertiger Foxconn werde auf Geheiß des Konzerns die Fertigung von iPads und MacBooks künftig auch in Vietnam durchführen, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Foxconn richte derzeit neue Montagelinien für die Apple-Hardware in einem Werk im Nordosten Vietnams in der Provinz Bac Giang ein. Die Endmontage der Geräte solle dort noch in der ersten Jahreshälfte 2021 beginnen.

Wegen des Handelskrieges zwischen China und den USA habe Apple die Verlagerung beauftragt, schreibt Reuters unter Verweis auf eine informierte Person. Neben der Endfertigung würden dabei auch Teile der Produktion aus China abgezogen – wie viel von der gesamten Produktion der Gerätereihen letztlich nach Vietnam verlagert wird und wie viel in China verbleibt, wurde nicht bekannt.

Apple hat im Frühjahr damit begonnen, eine Endfertigung der AirPods Pro auch in Vietnam durchzuführen, das hat angeblich der Auftragsfertiger Luxshare übernommen – ebenfalls in der Provinz Bac Giang. Der Ausbau der Produktion in Vietnam laufe aber langsam ab, hieß es im August, Apple warte noch auf eine Verbesserung der Bedingungen für Arbeiter vor Ort.

Apples Abhängigkeit von China als Hauptfertigungsstandort gilt zunehmend als Risiko, Berichte über eine Verlagerung von Teilen der Produktion zirkulieren seit längerem. Apple betont immer wieder, dass die Lieferkette auf viele verschiedene Länder verteilt ist, ein Großteil der Endmontage – auch des iPhones – erfolgt aber nach wie vor in China. Schätzungen zufolge sitzt rund ein Viertel der Apple-Zulieferer in Festlandchina.

Dabei gelten nicht nur Strafzölle und der immer wieder aufflammende Handelskonflikt zwischen den Supermächten als Faktoren, sondern etwa auch steigende Lohnkosten und eine sinkende Geburtenrate in China. (lbe)