Apple veröffentlicht Details zu Hörstudie mit Watch und iPhone

Der Konzern hatte die Geräuscherkennung von Uhr und Smartphone verwendet, um die Lärmbelastung der Menschen zu ermitteln – und Hörtests offeriert.

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Apple Watch Series 6 und SE

Apple verbaut in watchOS schon seit längerem eine Lärmwarnung.

Von
  • Ben Schwan

Zum Welttag des Hörens hat Apple erste Ergebnisse seiner großangelegten "Hearing Study" publiziert. Tausende Nutzer von Geräten des Konzerns aus den Vereinigten Staaten von Amerika hatten teilgenommen. Die Untersuchung in Partnerschaft mit der University of Michigan soll eine der größten Studien zum Hörvermögen gewesen sein, die es bislang auf der Erde gab.

Ziel der Apple Hearing Study war es, herausfinden, welchen Einfluss die Geräuschbelastung im Alltag auf das Gehör hat und wie störend diese ist. Die Apple Watch diente dabei als Lautstärkedetektor, aber auch das iPhone kam zum Einsatz.

watchOS verfügt seit längerem über eine integrierte Warneinrichtung, wenn man sich zu lange in lauten Bereichen aufhält. Gewonnnene Daten aus der Untersuchung sollen auch mit der Weltgesundheitsorganisation WHO geteilt werden. Das Vorhaben wurde im September 2019 angekündigt.

Die nun publizierten Vorabergebnisse zeigen unter anderem, dass 25 Prozent der Teilnehmer täglich Lärm ausgesetzt sind, der über der von der WHO empfohlenen Durchschnittsgrenze liegt. Dies kann Verkehr, Baulärm oder Lärm durch ÖPNV sein, aber auch beruflicher Lärm. Fast 50 Prozent der Teilnehmer arbeiten – oder arbeiteten – in einem Job, der in einer "lauten" Umgebung.

Teilweise schädigen sich die Menschen aber auch selbst. Bei einem von 10 Teilnehmern stellte Apple fest, dass sie einen Grenzwert der WHO überschreiten, wie intensiv die Kopfhörernutzung pro Woche sein sollte. Apple legt hier nahe, die geringst mögliche Lautstärkeeinstellung zu verwenden, in der Musik oder Sprachinhalte noch verständlich und angenehm genossen werden können.

Weiterhin zeigte sich, dass fast die Hälfte aller Teilnehmer in den letzten zehn Jahren keinen Hörtest mehr gemacht hat, 25 Prozent berichten über Symptome, die für erste Gehörschäden sprechen könnten. 10 Prozent wurden entsprechend diagnostiziert, wobei in Wirklichkeit doppelt so viele Teilnehmer der Studie laut WHO-Standards Hörverlust zeigen.

Apple veröffentlichte zusammen mit den Studienergebnisse auch einen Link zu seinen Barrierefreiheitsfunktionen in Sachen Hören. Der Konzern war zuletzt dafür in der Kritik, dass er Kopfhörer und andere Bluetooth-Geräte in iOS 14 zu aggressiv beziehungsweise fehlerhaft herunterregelt.

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(bsc)