Apple warnt US-Senatoren vor erzwungener App-Store-Öffnung

Ein freier App-Vertrieb öffne auf iPhones die Tür für Betrug, Datenschutzverletzungen und Malware, argumentiert der Hersteller.

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(Bild: Sebastian Trepesch)

Von
  • Leo Becker

Apple führt seinen Feldzug gegen eine drohende Öffnung seiner Plattformen fort. Zwei US-Gesetzesinitiativen, die unter anderem einen freien App-Vertrieb festschreiben sollen, würden letztlich der "Privatsphäre und Sicherheit amerikanischer Kunden schaden", heißt es in einem Schreiben des Konzerns an die für die Gesetzesvorlagen zuständigen US-Senatoren.

Apple müsse den geplanten Gesetzen zufolge beweisen, dass Schutzfunktionen tatsächlich erforderlich und so eng wie möglich gefasst sind, um Wettbewerb nicht zu behindern. Das sei praktisch allerdings eine unüberwindbare Hürde und würde die Sicherheit letztlich beeinträchtigen sowie Datenschutzfunktionen wie das Tracking-Opt-in unmöglich machen.

Besonders klar spricht sich Apple erneut gegen ein gesetzlich festgeschriebenes "Sideloading" aus, sprich eine Option, um Apps frei aus beliebiger Quelle installieren zu können. Damit würden sämtliche in iOS integrierte Datenschutz- und Sicherheitsfunktionen letztlich umgangen. Das zentrale App-Store-Modell beruhe auf den "Erfahrungen der PC-Ära": Der App Store sei "massiv sicherer" als Systeme mit einem offenen App-Vertrieb – "unser eigenes MacOS eingeschlossen", schreibt Apple. Sollte Apple zu Sideloading gezwungen werden, würden "Millionen" von Kunden "sonst gestoppte Malware-Angriffe auf ihren Telefonen erleiden".

Apple warnt seit Längerem speziell vor Sideloading und möglichen gesetzlich vorgeschriebenen Öffnungen seiner Plattform – auch in der EU: Sideloading sei der "beste Freund der Cyberkriminellen", meinte Apples Software-Chef im vergangenen November. Der zentrale App Store auf iPhones und iPads ist für Apple auch ein Milliardengeschäft: Der Konzern behält beim Verkauf digitaler Inhalte und Abonnements in Apps eine Provision von bis zu 30 Prozent ein.

Der im vergangenen Sommer in den USA eingebrachte "Open Markets Act" würde umfassende Änderungen bei App-Läden vorgeben, darunter auch Sideloading, freie Wahl der Bezahlschnittstellen und eine Erlaubnis alternativer App-Stores. Zusätzlich ist ein "American Innovation und Choice Act" in Arbeit, der die Machtstellung großer IT-Konzerne weiter begrenzen soll.

Neben Apple hat sich auch Google gegen die Gesetzesinitiativen ausgesprochen, dort wird ähnlich argumentiert. Ein Verbund kleinerer und mittlerer US-Unternehmen hat sich parallel klar für die Umsetzung der Gesetzesentwürfe ausgesprochen, darunter etwa DuckDuckGo, Yelp und das Tor Project.

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(lbe)