Apple will Film über FTX-Pleite drehen lassen

Der bekannte Autor Michael Lewis soll FTX-Boss Sam Bankman-Fried das letzte halbe Jahr über begleitet haben. Daraus ist nun ein Film geplant – für Apple TV+.

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FTX, das war wohl nix: Kunden der Kryptobörse versuchen derzeit, an ihr Geld zu kommen.

(Bild: Shutterstock)

Von
  • Ben Schwan

Gerade noch größte Pleite der Kryptobranche, nun bald ein Stück Streaming-Unterhaltung: Der spektakuläre Niedergang von FTX könnte sehr bald zu einem Film werden – und dann ausgerechnet bei der Video-Tochter eines Technikkonzerns laufen. Wie das Hollywood-Fachblog Deadline berichtet, steht Apple kurz davor, sich die entsprechenden Rechte vom renommierten Wirtschaftsautor Michael Lewis zu sichern. Der soll sich die letzten sechs Monate über im Rahmen eines "Embeddings" praktischerweise direkt am Firmensitz der Kryptobörse in den Bahamas – beziehungsweise in direkter Nähe von FTX-Chef Sam Bankman-Fried – befunden haben.

Erstaunlich: Laut seinem Agenten hat Lewis, bekannt etwa von "The Big Short" und "Moneyball", noch keinen einzigen Satz für das daraus geplante Buchprojekt geschrieben. Dennoch seien die gewünschten Angebote für eine filmische Umsetzung zahlreich und schnell gekommen. Apple TV+ sei nun "nah an einem Deal". Die Kosten sollen bei einem mittleren siebenstelligen Betrag liegen. Auch Konkurrenten wie Netflix oder Amazon sind höchst interessiert, doch Apple hat offenbar die tieferen Taschen.

Es wird erwartet, dass aus der FTX-Pleite ein großer TV+-Film werden soll. Es sei denkbar, dass "The Big Short"-Regisseur Adam McKay das Projekt umsetzt. Aktuell geschehe hier "viel in Echtzeit", es gebe von Seiten Lewis' noch wenig zu pitchen. Allerdings sei der bekannt dafür, komplexe Finanzgeschichten in "A-List-Unterhaltung" zu gießen. Wie lange es bis zur Umsetzung des Films dauert, ist unklar.

Die Streamingdienste hatten in der Vergangenheit regelmäßig spektakuläre High-Tech-Pleiten zu Filmen und Serien umgearbeitet. So gab es eine Apple-TV+-Serie zum Niedergang von WeWork (das aber weiterhin Büroflächen vermietet) oder Shows zum Ende von Theranos (Hulu) und den Problemen bei Uber (Showtime). Auch funktionierende Unternehmen werden zu Serien, so etwa der Musikdienst Spotify, um den sich gerade eine Show auf Netflix dreht.

Entsprechend logisch ist auch eine Verfilmung der FTX-Katastrophe. Die Firma war zeitweise größte Kryptobörse des Planeten, dann ging es im November in die Pleite. FTX geriet in Zahlungsschwierigkeiten, nachdem Zweifel an den Kapitalreserven zu einer Kundenflucht und Mittelabzügen in Milliardenhöhe führten. Es bestand unter anderem der Verdacht, dass Konzern-Mitbegründer Bankman-Fried illegal Milliarden-Werte an das verbundene Unternehmen Alameda Research verschoben hat, um Verluste aus Hoch-Risikogeschäften zu stopfen – mit Kryptowährungen. Kunden von FTX versuchen derzeit, an ihre Einlagen zu gelangen.

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(bsc)