Apple will Maskennutzung beim iPhone erleichtern

Wer eine Apple Watch besitzt, kann sein Mobiltelefon künftig leichter entsperren – auch wenn die Gesichtserkennung Face ID nicht greift.

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iPhone 12 und 12 Pro

(Bild: Apple)

Von
  • Ben Schwan

Ein störendes Problem für alle Besitzer aktueller iPhones seit dem iPhone X ist, dass die Gesichtserkennung Face ID mit aufgesetzter Anti-Corona-Maske nicht funktioniert. Zwar scheint sich die KI-gestützte Erkennung manchmal an bestimmte Mund-Nasen-Schutz-Systeme anzupassen, doch an einer offiziellen Unterstützung arbeitet Apple nicht – dies wäre laut Angaben des Konzerns zu unsicher. Mit dem kommenden iOS 14.5, das seit Montag in einer Betaphase ist, soll es nun eine zusätzliche Entsperrmethode geben, bei der man nicht dauernd den störenden Passcode eingeben muss. Dabei verwendet Apple seine hauseigene Computeruhr.

Wie Nutzer der Vorabversion des neuen Betriebssystems melden, lässt sich die neue Funktion in den Systemeinstellungen aktivieren. Sie erinnert an eine Entsperrmethode, wie man sie bereits von Mac und der Apple Watch kennt: Ist die Computeruhr mit dem Rechner verbunden, muss man beim Öffnen der Maschine kein Passwort mehr eingeben, man erhält nur eine kurze Vibration auf der Uhr und der Rechner ist einsatzbereit. Die Watch muss natürlich ebenfalls entsperrt sein, was allerdings stets nur beim Anlegen passiert.

Ähnlich läuft der Vorgang künftig mit einem Face-ID-iPhone mit iOS 14.5 ab. Man führt den Unlock wie üblich durch Ansehen des Gerätes und die Wisch-nach-oben-Funktion aus. Wird das Gesicht nur teilweise (oder gar nicht) erkannt, weil man eine Maske trägt (Face ID scheint Masken explizit zu detektieren) entsperrt sich das Gerät dennoch, weil es mit der Apple Watch gekoppelt ist. Auf dieser merkt man dies per Vibration.

Betatesterangaben zufolge gibt es außerdem die Möglichkeit, das iPhone von der Apple Watch aus zu sperren. Zudem ist offenbar nur der Unlock des Smartphones mit der Computeruhr möglich, nicht andere Aktionen, die sonst eine Gesichtserkennung erfordern, etwa der Kauf von Apps oder die Authentifikation in anderen Programmen. Hier wird dann die PIN benötigt.

Beim Mac funktioniert die Entsperrung per Apple Watch nur dann, wenn sich die Uhr in einem geringen Mindestabstand zum Mac befindet, damit sich dieser nicht aktiviert, wenn der Nutzer dies überhaupt nicht möchte. Apple dürfte beim iPhone Ähnliches implementiert haben. Dennoch sollten Nutzer die Funktion nur einschalten, wenn sie die Bequemlichkeit benötigen. Immerhin ist es möglich, das iPhone von der Uhr wie erwähnt aus sofort wieder zu sperren – ein entsprechender Knopf taucht im Entsperrdialog auf.

Was Apple allerdings nicht implementiert zu haben scheint, ist eine weitere Funktion aus macOS: Dort muss man bestimmte Vorgänge, die über die Uhr authentifiziert werden können, mittels Doppelklick auf die Seitentaste bestätigen. Dies hätte man auch auf dem iPhone integrieren können, um unerwünschte Entsperrungen gänzlich auszuschließen. Wann iOS 14.5 erscheint, ist noch unklar; es könnte allerdings erst im März oder April soweit sein, da es größere Änderungen auch in anderen Bereichen gibt. (bsc)