Apple wirft Podcast-Apps aus App Store China

Unter Verweis auf "illegale Inhalte" hat Apple zwei beliebte Podcast-Clients aus dem chinesischen App Store entfernt.

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(Bild: dpa, Diego Azubel/Archiv)

Von
  • Leo Becker

Auf Druck chinesischer Regulierungsbehörden geht Apple offenbar gegen Apps einer weiteren Kategorie vor. Der iPhone-Konzern hat mit Pocket Casts und Castro innerhalb weniger Tage zwei beliebte Podcast-Clients aus dem chinesischen App Store verbannt, wie die Entwickler der Apps berichten. Die Cyberspace Administration of China (CAC) habe über Apple mitgeteilt, dass die App Inhalte aufweise, die in China illegal seien, teilte der Anbieter von Pocket Casts mit – zwei Tage später sei das Programm aus dem lokalen App Store geflogen.

Einen konkreten Hinweis, welche Inhalte als illegal eingestuft wurden, habe es nicht gegeben, so der App-Anbieter. Man habe aber eh nicht vor, Podcast-Inhalte zu zensieren, Podcasts sollten ein "offenes Medium bleiben, das frei von Regierungszensur ist", betonte Pocket Casts. Der Anbieter von Castro vermutet, dass sich die Behörde an einen Hinweis auf die Proteste im Entdecken-Tab gestört haben könnte – dort erklärt sich Castro solidarisch mit "Black Lives Matter".

Wird die App von Apple entfernt, lässt sie sich in der jeweiligen Region nicht länger neu auf iPhones und iPads laden. Bestehende Installationen funktionieren vorerst weiter, allerdings erhalten diese keine Updates mehr, wie die Pocket-Casts-Entwickler anmerken.

Die teils in großem Umfang durchgeführten Rauswürfe von iPhone-Apps auf Anweisung chinesischer Behörden sorgt seit längerem für Kritik, da dabei auch essentielle Tools wie VPN-Clients und Nachrichtenangebote entfernt wurden. Im laufenden Jahr sorgte bereits der Rauswurf des Pandemie-Spiels Plague Inc. aus dem chinesischen App Store für Aufsehen sowie die Entfernung einer Chiffrier-Tastatur für das iPhone.

Bürgerrechtsorganisationen bemängelten zuletzt im Februar, Apples Befolgung der chinesischen Vorgabe mache Zensur zur Normalität. Großaktionäre forderten jüngst, der Konzern müsse Richtlinien für den Umgang mit Meinungsfreiheit offenlegen. Der Antrag fand auf Apples Aktionärstreffen zwar ungewöhnlich viel Zustimmung, wurde letztlich aber abgelehnt. (lbe)