Apples Bargeldbestand deutlich über Schulden

Nach den Quartalszahlen hat Apple auch Informationen über sein aktuelles finanzielles Polster herausgegeben. Es ist genug Kleingeld da.

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Tim Cook

Unter Tim Cook hat Apple erstmals wieder einen Schuldenberg aufgehäuft, kann den aber jederzeit abtragen.

(Bild: dpa, Brian Powers/The Des Moines Register/AP/dpa)

Von
  • Ben Schwan

Zu den ersten Aufgaben, die sich Steve Jobs nach seiner Rückkehr zu Apple vor bald 25 Jahren stellte, gehörte der Abbau von Schulden, die dem Unternehmen das Genick zu brechen drohten. Nur mit einer schwarzen Null im Ergebnis und keinen Zinszahlungen sollte der Mac-Hersteller in die Zukunft schreiten – der gigantische Bargeldhaufen, der sich später dank iPhone bildete, stets für mögliche Investitionen bereitstehen.

Der Nachfolger des 2011 verstorbenen Jobs, Tim Cook, ist hier ganz anders: Er bürdete Apple gigantische Schulden auf, um vor allem Aktienrückkäufe und zum Teil auch Dividenden zu finanzieren. Doch diese "Investition in Apple selbst" war keineswegs eine schlechte Entscheidung: Im Gegenteil, Apple spart sogar noch Steuern, weil die Zinsen abgesetzt werden können.

Gleichzeitig gelingt es der Cash-Maschine aus Cupertino, auch den aktuellen Schuldenstand von unglaublich klingenden 122 Milliarden US-Dollar zu überflügeln. Das gab das Unternehmen nach Mitteilung seiner Quartalszahlen in dieser Woche bekannt. Dem Defizit stehen nämlich inzwischen 194 Milliarden US-Dollar an Bargeld und schnell zu Geld machbaren Investitionsmitteln gegenüber.

Das ist umso erstaunlicher, da Apple schon seit 2018 anstrebt, in den kommenden Jahren "Cash-neutral" zu werden, seinen Bargeldbestand also auf Null herunterzufahren. Denn im Unternehmen gehaltene Barmittel gelten wirtschaftswissenschaftlich eigentlich als ineffizient angelegt.

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Dennoch steht der Barmittelbestand wieder 72 Milliarden Dollar über dem von Cook und seinem Finanzchef Luca Maestri aufgetürmten Schuldenhaufen. Apple hatte vor der von Ex-Präsident Donald J. Trump durchgeführten großen US-Steuerreform für Unternehmen seine Auslandsgewinne unter anderem in Irland gehalten.

Aufgrund der einst sehr hohen Steuersätze lohnte es sich, für Ausschüttungen und Aktienrückkäufe Anleihen zu begeben, statt die Mittel dafür in die Heimat zurückzuholen. Heutzutage versteuert Apple die Auslandsprofite wieder in den USA, macht aber dennoch steuersparend weiter Schulden und häuft eben auch weiter Cash an. (bsc)