Apples Kampf gegen die Klinke: Nächster Konkurrent überzeugt

Nur wenige Monate nachdem sich Google in einer Pixel-Werbung über die fehlende Kopfhörerbuchse im iPhone lustig machte, streicht der Konzern beim 6a den Port.

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Katze liegt auf Verstärker, daneben Kopfhörer

Kabel? Wo wir hin wollen, brauchen wir keine Kabel!

(Bild: gemeinfrei)

Von
  • Ben Schwan

Apple setzt Trends – soviel steht schon einmal fest. Als der Konzern 1998 seinen bunt-durchsichtigen Kunstsoff-iMac auf den Markt brachte, reagierten Zubehörhersteller und PC-Bauer konsequent und brachten bald darauf zahlreiche Produkte auf den Markt, die genauso aussahen. Und auch heute gibt Apple den großen Inspirator, sei es nun beim Look des iPhone mit seinen Farben oder beim MacBook Pro, von dem es zahlreiche "Varianten" in der Windows-Welt gibt.

Die "Vorgaben" aus Cupertino können für die Nutzerschaft aber auch negativ sein: So ist es dem Konzern gelungen, mittlerweile zahlreiche Smartphone-Hersteller davon zu überzeugen, den analogen Kopfhöreranschluss zu streichen. Nach Samsung wurde dies nun auch bei Google geschafft.

Denn das in der vergangenen Woche vorgestellte Pixel 6a, das neue Budget-Phone des Suchgiganten, kommt ohne Klinkenbuchse. Dabei hatte Google erst im vergangenen August für das Pixel 5a eine YouTube-Werbung publiziert, in der eine Jony-Ive-Kopie die Genialität der Verwendung der Miniklinke bei dem Modell lobpreisen durfte.

Damit geht Apples Kampf gegen die Klinke in die nächste Runde. Zuvor war es schon "gelungen", Samsung davon zu überzeugen, den 3,5-mm-Port bei vielen seiner Smartphones zu streichen. Auch die Südkoreaner hatten zuvor aktiv damit geworben – auf Twitter und anderswo –, dass die Android-Geräte weiterhin mit strippengestützten Kopf- und Ohrhörern verwendet werden können.

Tatsächlich macht das Weglassen der Schnittstelle für die Hersteller viel Sinn. Denn durch die Streichung wird Platz im Gehäuse eingespart und zudem ist es auch leichter, die Geräte gegen das Eindringen von Staub und Wasser abzudichten. So ist das Pixel 6a nun gemäß IP-67 gegen diese Substanzen geschützt.

Bei Apple ist das Zeitalter der Klinkenbuchse zumindest bei iPhone und iPad offenkundig endgültig vorbei. Der Konzern hatte mit dem iPhone 7 im Jahr 2016 damit begonnen, was vorab derart hohe Wellen schlug, dass eine Petition gegen das Vorhaben schnell sechsstellige Mitzeichnerzahlen hatte. Später entfernte der Konzern auch bei immer mehr Tablets den Anschluss.

Immerhin bleiben die Rechner damit ausgestattet. Mit den aktuellen MacBook-Pro-Modellen und dem Mac Studio hatte Apple zuletzt sogar moderne Varianten der Buchse verbaut, die auch mit hochohmigen Profi-Kopfhörern zurechtkommen. Wer am iPhone oder iPad einen analogen Kopfhörer betreiben will, braucht weiterhin einen Adapter.

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(bsc)