Apples Tracking-Transparenz: Facebook-Werbung bis zu 40 Prozent ineffizienter

Ein Großteil der Nutzer der Facebook-App auf dem iPhone wollen sich nicht verfolgen lassen. Reklametreibende geraten "in Panik", heißt es in einem Bericht.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 118 Beiträge

Facebook-Nutzerin.

(Bild: Kaspars Grinvalds/Shutterstock.com)

Von
  • Ben Schwan

Apples sogenannte App-Tracking-Transparenz (ATT) sorgt für Ärger bei Facebook und seinen Werbetreibenden. Einem Bericht der Finanznachrichtenagentur Bloomberg zufolge verbietet ein Großteil der Nutzerinnen und Nutzer der iOS-App des sozialen Netzwerks den Zugriff auf über die Anwendung hinausgehende Daten. Apple hatte ATT seit einigen Monaten verpflichtend für Entwickler gemacht – für die Nachfrage gibt es einen Systemdialog.

Das Mobilanalyseunternehmen Branch geht davon aus, dass nur 25 Prozent der User bereit sind, dem Facebook-Tracking zuzustimmen. Facebook selbst gibt hier keine Zahlen heraus. Die Ablehnung wiederum sorgt für eine wesentlich geringere Effizienz der Reklame bei dem Social Network, wenn es um das Erreichen von iPhone-Nutzern geht, die traditionell kaufkräftig sind. Dave Herrmann, Betreiber einer Mediaagentur, die sich auf Facebook spezialisiert hat, meint, reguläre Anzeigen bei dem Dienst seien "40 Prozent weniger effizient".

Seine Kunden, die hauptsächlich auf zielgerichtete Facebook-Werbung setzten, gerieten "in Panik". Er denke, viele wüssten nicht, dass "viele Geschäfte auf der ganzen Welt zu 100 Prozent von Facebook" und der Werbung auf der Plattform abhängen würden. Er glaube, das insbesondere "kleinere Firmen" darunter litten. "Ich bin mir nicht sicher, ob Apple das wirklich durchdacht hat." Facebook argumentiert ganz ähnlich und versucht auch, bei der Politik Druck zu machen. Das Problem sei, dass man den Tracking-Daten nun weniger vertrauen könne.

Mehr von Mac & i Mehr von Mac & i

Ähnliche Kritik kommt auch aus der Ecke anderer App-Entwickler. Spiele-Developer und andere Programmierer hätten Umsatzrückgänge in Höhe von bis zu 20 Prozent erlebt, so Brian Bowman vom Werbespezialisten Consumer Acquisition in einem Interview. Manche Kundinnen und Kunden hätten sogar 40 Prozent Umsatz verloren.

Apple erlaubt es nur noch bei Zusage durch Nutzerinnen und Nutzer, diese über Apps hinweg zu verfolgen. Zuvor musste man die Anti-Tracking-Funktion händisch in den Systemeinstellungen aktivieren, nun erfolgt ein Opt-In mit eigenem Fenster. (bsc)