Apps mit Social-Logins: Apples Anmelde-Dienst jetzt vorgeschrieben

Nach einer Gnadenfrist müssen alle Apps mit Anmeldeoptionen wie Facebook Login auch Apples Dienst integrieren. Manche Entwickler ziehen die Reißleine.

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(Bild: dpa, Sebastian Gollnow/dpa)

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Ein Jahr nach der Einführung ist Apples neuer Login-Dienst nun verbindlich geworden: Alle Apps, die Nutzern eine Anmeldung mit sogenannten Social Logins wie Facebook Login oder Google Login anbieten, müssen zusätzlich seit dem 1. Juli auch "Mit Apple anmelden" (Sign in with Apple) als "gleichwertige Option" bereitstellen, wie Apples App-Store-Regelwerk ausführt.

Die Vorgabe gilt seit September 2019 schon für neue Apps, nach einer von Apple verlängerten Deadline greift sie jetzt für alle im App Store verfügbaren Programme.

Account-Erstellung bei "Mit Apple anmelden" – auch eine Wegwerfadresse lässt sich verwenden.

(Bild: Apple)

Apples hauseigener Login-Dienst will es Nutzern besonders einfach machen. Das Anlegen eines Accounts erfolgt per biometrischer Authentifizierung, dahinter steht die Apple-ID. Nutzer haben zudem die Möglichkeit, dem Anbieter nur eine Wegwerf-Mail-Adresse zu übermitteln. Apple verspricht, keine Daten bei der Nutzung des Dienstes zu erheben, die Tracking oder das Erstellen von Profilen ermöglichen – damit ist es vor allem auch ein direkter Schuss vor den Bug von sozialen Netzwerken, die über die Logins Einblicke in App-Nutzungsgewohnheiten bekommen.

Der Zwang zur Integration dürfte die Verbreitung von "Mit Apple anmelden" weiter erhöhen. Schon jetzt haben viele kleine wie große Apps den Dienst eingebunden, die Liste reicht von Indie-Apps wie Fantastical über Adobe-Software und den Cloud-Speicheranbieter Dropbox bis hin zu Mediendiensten wie TikTok und die New York Times.

Andere Entwickler wollen nicht mitziehen: "Mit Apple anmelden" sorge für ganz eigene "Kopfschmerzen beim Kundensupport" und Probleme für Nutzer, schreibt der Anbieter der Listen-App Anylist. Man könne Kunden beispielsweise nicht mehr beim Zurücksetzen des Passwortes helfen und auch Support-Fälle seien schwieriger zu lösen, wenn mit Wegwerfadressen gearbeitet wird, die der Nutzer ja gewöhnlich selbst nicht kenne.

Anylist will deshalb nur noch auf eine eigene Account-Verwaltung setzen und auch Facebook Login streichen. Auch andere Anbieter haben den Weg gewählt, einfach alle Social-Logins rauszuwerfen und nur noch auf die eigene Account-Verwaltung zu setzen, darunter etwa Fitbit und Nike Run Club.

Dadurch greift Apples Vorgabe zur Integration des Anmeldedienstes nicht mehr: Apps, die nur ihr eigenes Login-System anbieten, müssen "Mit Apple anmelden" nicht implementieren. Auch die Client-Apps sozialer Netzwerke, also etwa die Facebook-App oder Google-App selbst, bleiben von der Regel ausgenommen – ebenso wie Enterprise-Apps.

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(lbe)