Supervulkane auf dem Mars: Asche von über 1000 Ausbrüchen gefunden

Supervulkane sind die zerstörerischsten Vulkane überhaupt. Vor vier Milliarden Jahren sind auf dem Mars in einer einzigen Region mehr als 1000 ausgebrochen.

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Die Krater in Arabia Terra sind Überreste gigantischer Vulkanausbrüche

(Bild: NASA/JPL-Caltech/University of Arizona)

Von
  • Martin Holland

Eine Hochlandregion auf der Nordhalbkugel des Mars ist vor vier Milliarden Jahren über einen Zeitraum von 500 Millionen Jahren von mehr als 1000 Explosionen sogenannter Supervulkane erschüttert worden. Dafür hat Forschungsteam nun eine ganze Reihe von Anzeichen gefunden. Jede einzelne dieser stärksten bekannten vulkanischen Explosionen dürfte einen erheblichen Einfluss auf das damalige Klima gehabt haben, erläutern die Forscher und Forscherinnen. Mit Modellen müsse man die genauen Folgen nun herausfinden, aber auch andere wichtige Frage harrten nun einer Antwort.

Die Ausbrüche fanden der Analyse zufolge in einer Region statt, die wir heute als Arabia Terra kennen. Die ist übersät mit Kratern und lange habe man angenommen, dass es sich um Überreste von Asteroideneinschlägen handelt. Bereits 2013 war aber entdeckt worden, dass es sich wohl um sogenannte Calderen handelt, Überreste von Supervulkane. Um welche Ausmaße es sich handelt, war damals aber unklar. Sogenannte Supervulkane sind die größten bekannten Vulkane überhaupt. Sie schleudern mehr als 1000 Kubikkilometer Material pro Eruption aus und bilden keinen typischen Vulkankegel. Nach den Überresten dieser Eruptionen hat das Team nun auf Bildern des Mars Reconnaissance Orbiters der NASA gesucht und ist fündig geworden.

Wie das Team um den Geologen Patrick Whelley vom Goddard Space Flight Center der NASA nun erläutert, würden die gefundenen Ascheschichten genauso aussehen, wie wenn sie frisch wären. Gemeinsam mit den Forschern und Forscherinnen, die vor acht Jahren erkannt hatten, dass die Krater ehemalige Vulkane sind, hätten sie dann errechnet, wie viele Ausbrüche für die gefundene Asche nötig gewesen sind. Über einen Zeitraum von 500 Millionen Jahren seien zwischen 1000 und 2000 solcher Explosionen erfolgt, schreiben sie im Fachmagazin Geophysical Research Letters. Auf der Erde liege der letzte vergleichbare Vulkanausbruch mehr als 70.000 Jahre zurück und könnte einen immensen Einfluss auf die Entwicklung der Menschheit gehabt haben.

Während solche Supervulkane – bei denen sich Magma in einer besonders großen Kammer unter Gestein anreichert und diese letztlich mit gigantischer Kraft wegsprengt – auf der Erde aber gut verteilt sind, konzentrieren sie sich auf dem Mars in der besagten Region. Warum das so ist, müsse nun geklärt werden, schreibt das Team. Möglich sei, dass diese Vulkanart auf der Erde einst auch auf eine Region beschränkt war und die sich erst durch Kontinentalverschiebung so weit voneinander entfernt hätten. Außerdem erhofft sich Whelley auch Antworten auf die Frage, wie ein so vergleichsweise kleiner Planet wie der Mars in einer einzelnen Region überhaupt so viele Ausbrüche von Supervulkanen habe erleben können.

(mho)