Aral-Umfrage: Interesse an Neuwagen gewachsen, insbesondere an Elektroautos

Die BP-Tankstellenkette Aral hat die aktuellen Trends des Autokaufs erfragt. Elektroautos sind nun mehr gefragt als in den vorigen Jahren.

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Das Interesse an Hybriden und reinen Stromern ist seit 2003 gewachsen.

(Bild: Aral)

Von
  • Andreas Wilkens

Das Interesse, sich ein Auto zu kaufen, ist in Deutschland gewachsen. In einer Umfrage der BP-Tankstellenkette Aral gaben 40 Prozent der Befragten an, sich in den nächsten 18 Monaten eines kaufen zu wollen. Das ist der zweithöchste Wert, seitdem Aral diese Erhebungsreihe 2003 begonnen hat; nur 2017 war er höher.

Während in der vorigen Studie 2019 die Teilnehmenden noch nahezu gleich häufig einen Neuwagen oder einen Gebrauchtwagen kaufen wollten, wünschen sich laut aktueller Umfrage (PDF) 19 Prozent der Kaufinteressierten einen Neuwagen; das sind 5 Prozentpunkte mehr als 2019. Das Interesse an einem Gebrauchtwagen ist von 12 auf 10 Prozent gesunken, 11 Prozent wollen einen Jahreswagen.

84 Prozent der 1000 Befragten, mit denen im März Interviews geführt wurden, nutzen überwiegend das Auto für die tägliche Mobilität, 29 Prozent gehen viel zu Fuß. 21 Prozent gaben den ÖPNV als viel genutzt an, 20 Prozent das herkömmliche Fahrrad. Carsharing nutzen 4 Prozent öfters, 2 Prozent E-Stehroller.

27 Prozent der Befragten interessieren sich für ein Hybridfahrzeug, das sind 10 Prozentpunkte mehr als 2019. Das Kaufinteresse an einem reinen Elektroauto ist von 7 auf 15 Prozent gestiegen. 32 Prozent der Teilnehmenden wollen sich einen Benziner zulegen, vor zwei Jahren waren es noch 55 Prozent. 16 Prozent der potenziellen Autokaufenden interessieren sich für einen Diesel, 4 Prozentpunkte mehr als vor zwei Jahren. Erdgas, Autogas und Wasserstoff kommen zusammen auf ein Kaufinteresse von rund 2 Prozent. Vor rund einem Jahrzehnt hatte allein Autogas ein Verkaufspotenzial von 10 Prozent.

55 Prozent der Teilnehmenden können sich grundsätzlich vorstellen, ein Elektroauto zu kaufen, das sind genauso viele wie 2019 und 2017. Erstmals wurde in der aktuellen Studie auch abgefragt, ob der potenzielle Elektroauto-Kauf von der Umweltprämie abhängt. Dem stimmten 38 Prozent der Teilnehmenden zu. 62 Prozent würden ein Elektroauto auch ohne staatliche Förderung kaufen.

Vor zwei Jahren rechneten die Autofahrenden noch mit einem Anschaffungspreis von 29.820 Euro für ein Elektrofahrzeug. Jetzt liegt die Erwartung im Durchschnitt bei 35.667 Euro. 30 Prozent der Befragten haben bereits einmal ein Elektroauto gefahren.

Für zwei Drittel der potenziellen Autokaufenden wäre das Elektroauto der Erstwagen; vor zwei Jahren waren es 9 Prozentpunkte weniger. Zugleich steigen die Anforderungen an die Alltagstauglichkeit. Vor zwei Jahren lag die durchschnittlich erwartete Reichweite noch bei 531 Kilometern, heute sollen es mit 680 Kilometern deutlich mehr sein.

Stadtbewohner, deren Zugang zum ÖPNV und damit zu Alternativen zum eigenen Auto durchschnittlich besser ist, haben besonders hohe Anforderungen an die Reichweite, sie erwarten durchschnittlich 778 Kilometer. Auf dem Land mit grundsätzlich höheren jährlichen Fahrleistungen erwarten die Befragten 413 Kilometer.

Ergebnisse der Aral-Umfrage "Trends beim Autokauf 2021" (27 Bilder)

(Bild: Aral)

Eine mögliche zu geringe Reichweite ist für 74 Prozent der Befragten ein Faktor, der gegen den Kauf eines E-Autos spricht. Darauf folgen für 66 Prozent zu wenige Ladepunkte und für 65 Prozent ein zu hoher Anschaffungspreis. 29 Prozent hätten keine Möglichkeit, eine Wallbox zu installieren.

Bei der Frage, welche Maßnahmen der Elektromobilität noch schneller zum Durchbruch verhelfen könnten, steht die Kaufprämie mit einer Benotung von 2,2 (in einer Skala von 1 für gut bis 5 für schlecht) ganz vorn. 64 Prozent der Befragten halten sie für sinnvoll oder sehr sinnvoll. Die gleiche Zustimmung erreichen die Befreiung von der Kfz-Steuer für Elektroautos, Zuschüsse für Stromkosten sowie Zuschüsse für Wallboxen am eigenen Zuhause. Am negativsten werden mit jeweils 3,8 die Erhöhung des Kaufpreises für konventionelle Antriebe und Preiserhöhungen für konventionelle Kraftstoffe benotet.

17 Prozent rechnen nicht damit, dass der klassische Verbrenner irgendwann ganz verschwindet, dieser Anteil ist unter der Landbevölkerung besonders hoch. 42 Prozent rechnen in 20 Jahren damit und 13 Prozent glauben, dass es schon innerhalb von fünf Jahren so weit sein könnte. Zu der Frage, ob und wann der Verbrennungsmotor in Deutschland gesetzlich verboten sein könnte, erwarten 42 Prozent, dass das nie passieren wird. 27 Prozent glauben, dass ein Verbot frühestens nach dem Jahr 2035 in Kraft treten könnte. Ein gesetzliches Verbot schon im Jahr 2025 können sich 5 Prozent vorstellen.

(anw)