Arbeitnehmer zunehmend unzufrieden mit Job und Vorgesetzten

Während der Pandemie hat die Unzufriedenheit mit dem Beruf und Arbeitgebern deutlich zugenommen. Auch leiden Angestellte immer mehr unter psychischen Problemen.

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Von
  • Moritz Förster

2021 ist für deutsche Arbeitnehmer das stressigste Jahr im Job – ganze 70 Prozent geben dies in einer aktuellen Umfrage von Oracle und Workplace Intelligence an. Vor allem psychische Probleme bei der Arbeit setzen Menschen zu. Gleichzeitig meinen immer mehr Angestellte, dass sie die Kontrolle über ihr berufliches wie privates Leben verloren haben.

Ferner haben fast alle Befragten das letzte Jahr dazu genutzt, um über ihr Leben und ihre Definition von Erfolg nachzudenken. Vor allem die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, aber auch ihre psychische Gesundheit sowie Flexibilität am Arbeitsplatz stehen nun für viele Menschen an erster Stelle.

Allerdings meinen 63 Prozent, dass sie beruflich feststecken würden und sich dies auf ihr Privatleben auswirke. Ganze 75 Prozent wären bereit, Veränderungen im Job vorzunehmen – doch stoßen hier unmittelbar auf Hindernisse: 23 Prozent wissen nicht, welche Veränderung sinnvoll wäre, am Selbstvertrauen mangelt es 18 Prozent, 17 Prozent sehen keine Wachstumsmöglichkeiten im Unternehmen und bei 16 Prozent scheitert es an den Finanzen.

Dabei wären viele der Befragten bereit, für einen positiven Wechsel auf Urlaub, Geldprämien oder Teile des Gehalts zu verzichten. Andererseits stehen höhere Gehälter auf dem ersten Platz der Wunschliste gegenüber dem Arbeitnehmer, gefolgt von besseren Weiterbildungsmöglichkeiten und neuen Aufgaben im Unternehmen. Insgesamt sind 80 Prozent mit der Unterstützung durch ihre Vorgesetzten unzufrieden.

Im Rahmen der Umfrage wurde ebenfalls erhoben, wie Technik helfen könne. 77 Prozent wünschen sich eine solche Hilfe und stellen sich vor allem Ratschläge zur eigenen Weiterentwicklung vor. 62 Prozent meinen, dass sie ihr Leben auf Basis von KI-Empfehlungen ändern würden. Des Weiteren glauben 75 Prozent, dass eine KI sie bei der Karriere besser als ein Mensch unterstützen könne.

Oracle und Workplace Intelligence sehen die Ergebnisse vor allem als Chance für Arbeitgeber. Investitionen in Fortbildung und die berufliche Entwicklung könnten ein Differenzierungsmerkmal für Unternehmen darstellen. Ferner müssten Vorgesetzte ihren Mitarbeitern bei der Identifizierung und Entwicklung neuer Fähigkeiten unter die Arme greifen – mit einem personalisierten Karrierewege würden Menschen wieder das Gefühl bekommen, ihre Karriere selbst in der Hand zu haben.

An erster Stelle steht aber ein anderes Ergebnis: Immerhin würden Unternehmen auf diese Weise von einer produktiven, engagierten Belegschaft profitieren.

Die Studie führte Savanta, Inc. für Oracle und Workplace Intelligence durch. An ihr nahmen 14.639 Führungskräfte, Personalleiter, Manager und Vollzeitbeschäftigte aus 13 Ländern, darunter Deutschland, teil. Ausgewählte Ergebnisse der Studie liegen iX vor, sie lässt sich nach einer Registrierung bei Oracle herunterladen.

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(fo)