Archive Program: GitHubs Code liegt jetzt für 1000 Jahre in Spitzbergen

GitHubs Archive Program hat den auf der Platform gehosteten Code jetzt in der Arktis eingelagert. Entwickler, deren Code dort liegt, bekommen ein Badge.

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Hier lagern 21 TByte Open-Source-Code im Permafrost von Spitzbergen.

(Bild: GitHub)

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Das Archive Program des Code-Hosters GitHub hat den Code von 130 Millionen Open-Source-Repositorys auf Mikrofilmen im arktischen Spitzbergen gelagert. Ziel des Programms ist es, Code für zukünftige Generationen aufzuheben. Am 8. Juli 2020 wurden die Mikrofilme nun im GitHub Arctic Code Vault auf Spitzbergen eingelagert.

Das Programm hatte GitHub im Rahmen seiner Entwicklerkonferenz Universe Ende 2019 angekündigt. Eigentlich wollten die Teammitglieder des Projekts die Filme selbst überbringen, aber die Corona-Pandemie hatte das verhindert.

Am 2. Februar 2020 hat GitHub einen Snapshot aller aktiven GitHub-Repositorys gemacht. Als aktiv gelten Repositorys die zwischen dem 3. Februar 2019 und dem 2. Februar 2020 mindestens einen Commit sowie einen Stern hatten. Die entstandenen 21 TByte Daten wurden dann von der Firma Piql im norwegischen Drammen auf 186 Mikrofilme kopiert. Anschließend hat man die Filme von Norwegen auf die Insel Spitzbergen transportiert. Dort liegen sie jetzt in einer alten Kohlenmine, die von Piql zum Arctic World Archive umgebaut wurde, im Permafrost.

Dass die Wahl auf Spitzbergen fiel, ist kein Zufall. Dort befindet sich auch der Weltweite Saatgut-Tresor, der größte von 1400 Saatgutspeichern auf der Welt. Er soll sicherstellen, dass das Saatgut von wichtigen Kultur- und Lebensmittelpflanzen nicht verloren geht. Ob die Wahl wirklich gut ist, muss man sehen, denn der Saatgut-Tresor hat bereits jetzt mit Wassereinbrüchen durch Klimaveränderungen zu kämpfen.

Partner des Programms sind das Internet Archive, die von der UNESCO geförderte Software Heritage Foundation sowie Microsofts Project Silica. Letzteres soll ein Speichermedium entwickeln, das 10.000 Jahre haltbar ist.

Alle die zu den archivierten Repositorys beigesteuert haben, bekommen den Arctic Code Vault Contributor Badge. Er erscheint als Highlight auf der GitHub Profilseite und zeigt alle Open-Source-Projekte, an denen die Person mitgearbeitet hat.

Bei den Rollen liegen noch menschenlesbare Anleitungen zum Dekodieren der digitalisierten Daten. Dieser "Guide to the GitHub Code Vault" ist in fünf Sprachen verfasst und liegt auch auf GitHub. Dazu kommen noch Informationen über kontemporäre Software-Entwicklung, Open-Source, Programmiersprachen und Computertechnik. (mls)