Arecibo-Teleskop: Zwei Videos zeigen Einsturz

Das weltberühmte Arecibo-Teleskop ist eingestürzt. Weil die Zerstörung nicht unerwartet kam, wurde sie gefilmt – auch von einer Drohne.

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Der Absturz der Instrumentenplattform

(Bild: Courtesy of the Arecibo Observatory, a U.S. National Science Foundation facility)

Von
  • Martin Holland

Der Einsturz des Arecibo-Teleskops in Puetro Rico ist von zwei Kameras aufgezeichnet worden, eine davon auf einer Drohne. Zu sehen ist nicht nur der wohl entscheidende Riss eines Stahlseils, sondern auch der Absturz der schweren Instrumentenplattform, durch den die große Antennenschüssel zerstört wurde. Bei dem Absturz ist nach Angaben der National Science Foundation, die das Teleskop betreibt, niemand zu Schaden gekommen. Einen Wiederaufbau schließt die NSF laut ersten Berichten nicht aus, der müsste aber finanziert werden. Eine diesbezügliche Petition ans Weiße Haus wurde gegenwärtig mehr als 10.000 Mal unterzeichnet.

(Quelle: Courtesy of the Arecibo Observatory, a U.S. National Science Foundation facility)

Der Absturz der Instrumentenplattform und damit die Zerstörung des Teleskops erfolgte Anfang der Woche mit Ansage: An dem weltbekannten Radioteleskop in den Bergen Puerto Ricos war Anfang August ein Drahtseil gerissen und hatte beträchtlichen Schaden an dem riesigen Hauptspiegel angerichtet. Über etwa 30 Meter Länge hatte es sich durch den Spiegel gepflügt. Das Seil war Teil der Absicherung der Plattform über dem mehr als 300 Meter durchmessenden Spiegel; mit seinem Wegfall war die Last auf die übrigen Sicherungen offenbar zu groß geworden, denn Ende November riss ein zweites Drahtseil, diesmal ein tragendes. Weil eine sichere Reparatur nicht möglich schien, war dann der Abbau beschlossen worden, den der Absturz der mehr als 800 Tonnen schweren Instrumentenplattform dann obsolet machte.

Das legendäre Arecibo-Teleskop war eines der bekanntesten wissenschaftlichen Instrumente überhaupt, trotz seines Alters war es für die Forschungsgemeinde unersetzlich. Fertiggestellt wurde es 1963 und bis 2016 war es das größte Radioteleskop der Welt. Das Observatorium war an vielen wissenschaftlichen Entdeckungen beteiligt und wurde immer wieder aufgerüstet. Darüber hinaus war es auch als Kulisse in Filmen und Serien berühmt geworden, etwa in James Bond 007 – GoldenEye und Contact. Es hat mehrere Hurrikans und Erdbeben überstanden, die Schäden waren aber offenbar im Laufe der Zeit doch zu groß geworden.

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(mho)