Ariane 6: Erster Start von Europas nächster Trägerrakete jetzt frühestens 2023

Eigentlich sollte die Ariane 6 längst einsatzbereit sein und Frachten ins All befördern. Noch wird sie heiß ersehnt. Jetzt verzögert sie sich aber weiter.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 15 Beiträge

(Bild: Arianespace)

Der erste Start der nächsten europäischen Rakete Ariane 6 wurde erneut verschoben und soll nun frühestens im April 2023 stattfinden. ESA-Chef Josef Aschbacher hat die Verspätung um ein weiteres Jahr in einem BBC-Interview eingestanden, den genaueren jetzt angepeilten Termin kommt von ArsTechnica unter Berufung auf eine anonyme Quelle. Verantwortlich für die Verspätung ist demnach unter anderem ein Problem mit einer "kryogenen Verbindung", das aber gelöst scheint. Einige andere Vorbereitungen hätten sich ebenfalls verzögert.

Ursprünglich hatte die erste Ariane 6 im Jahr 2020 ins All fliegen sollen, dann kam es aber zu verschiedenen Verspätungen während der Coronapandemie. Offiziell soll die jüngste Verspätung Mitte Juli bekanntgegeben werden, schreibt ArsTechnica. Inzwischen wird die Einsatzbereitschaft der Ariane 6 immer dringlicher erwartet, die restlichen Flüge des Vorgängers sind komplett ausgebucht und seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine gibt es noch weniger Alternativen. Während der Entwicklung war befürchtet worden, dass die Rakete in einem größtenteils stagnierenden Markt nicht wettbewerbsfähig sein könnte, das dürfte aber aktuell keine Sorge mehr sein.

Die Ariane 6 soll Fracht günstiger ins All bringen und bezüglich der Nutzlast in etwa mit der Falcon 9 von SpaceX gleichziehen. Mit der größtenteils von der ESA finanzierten Entwicklung hatte Europa auf den verstärkten Wettbewerb im Markt für Trägerraketen reagiert. Eigentlich war ein kontinuierlicher Übergang von der Ariane 5 auf die Ariane 6 vorgesehen, die Verspätungen machten dem aber nun einen Strich durch die Rechnung. Derweil sorgte die Isolierung Russlands im Raumfahrtsektor zuletzt dafür, dass es zumindest an Aufträgen nicht mangeln dürfte. Erst im April hatte Amazon ganze 18 Starts für das Satelliteninternet "Project Kuiper" gebucht. Es ist der größte Auftrag in der Geschichte des Herstellers Arianespace.

(mho)