"Arma 3": Entwickler warnen vor gefälschten Kriegsszenen

Die Militärsimulation "Arma 3" wird oft für Propaganda missbraucht. Nun geben die Entwickler Tipps, wie man vermeintliche Kriegsbilder als Spielszenen entlarvt.

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(Bild: Bohemia Interactive)

Die Entwickler der Militärsimulation "Arma 3" warnen vor Fake-Videos aus ihrem Videspiel, die angeblich echte Kriegsszenen zeigen sollen. Bohemia Interactive hat nun eine Checkliste veröffentlicht, mit deren Hilfe echte Kriegsszenen von aufgezeichneten Ausschnitten aus Simulationsspielen unterschieden werden können.

Ein Warnsignal ist demnach die niedrige Auflösung der geposteten Videos. Laut Bohemia werden Fake-Videos häufig absichtlich in geringer Qualität und verpixelt gefilmt, um die Unzulänglichkeiten von Videospielen zu verdecken. Zusätzlich werde häufig der Bildschirm abgefilmt, anstatt dessen Inhalt direkt aufzuzeichnen. Ein übertriebenes Kamerawackeln könne ebenfalls Videospielgrafik verschleiern. Die Aufnahmen in Fake-Videos seien aus demselben Grund oft dunkel, schreibt Bohemia. Tatsächlich ist das 2013 veröffentlichte "Arma 3" bei klarer Sicht noch weit vom Fotorealismus entfernt.

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Weil Videospiel und Realität oft außerdem am Ton erkannt werden können, seien Fake-Videos oft stumm. Die Ersteller von Fake-Videos achten laut dem Entwicklerstudio außerdem oft darauf, keine Menschen in ihren Videospielszenen zu zeigen, weil deren Bewegungsabläufe als unrealistisch entlarvt werden könnten. Achten sollte man bei zweifelhaften Videos schließlich auf mögliche Interface-Elemente am Bildschirm-Rand und unnatürliche Partikel-Effekte, die ebenfalls auf Szenen aus einem Videospiel hinweisen könnten.

Dass Videospielabschnitte als Szenen aus der Realität verkauft werden, ist ein bekanntes Problem: Mithilfe von Aufnahmen aus "Arma 3" hat das russische Fernsehen beispielsweise schon über den Syrien-Krieg berichtet. Auch im Ukraine-Krieg werden Szenen aus der 2013 veröffentlichten Militärsimulation zu Propagandazwecken eingesetzt. Hunderte solcher Clips finden sich in den sozialen Medien, wo sie teilweise tausende Male geklickt werden.

Laut Bohemia wurden mit "Arma 3" bereits Videos zu Konflikten in Afghanistan, Syrien, Palästina und zwischen Indien und Pakistan dargestellt. Möglich sei das unter anderem wegen des Mod-Supports für die Militärsimulation: Nutzerinnen und Nutzer können eigene Grafiken ins Spiel laden, um etwa die Uniformen und Waffen realer Kriegsparteien nachzustellen.

"Man könnte es auf gewisse Weise als schmeichelhaft ansehen, dass 'Arma 3' auf solch realistische Art moderne Kriegskonflikte simulieren kann. Wir sind aber alles andere als begeistert, dass das Spiel mit echten Kampfaufnahmen verwechselt und als Kriegspropaganda genutzt wird", schreibt Bohemia in einer Pressemitteilung.

Die Zusammenarbeit mit Plattformbetreibern und sozialen Netzwerken habe sich als ineffektiv herausgestellt, um die Verbreitung von Fake-Videos auf "Arma 3"-Basis zu verhindern. Stattdessen arbeitet Bohemia Interactive eigenen Angaben zufolge nun verstärkt mit Nachrichtenagenturen und Faktencheckern zusammen. "Sie haben mehr Reichweite und mehr Kapazität, um die Verbreitung von Fake News-Videomaterial zu bekämpfen", schreibt das tschechische Spielestudio.

(dahe)