Astronomie: Neuronales Netzwerk bestätigt 301 Exoplaneten

Die Suche nach Exoplaneten wird immer weiter automatisiert. Dank einer neuen KI wächst die Zahl insgesamt bestätigter Exoplaneten auf fast 5000.

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(Bild: NASA/JPL-Caltech/R. Hurt (IPAC))

Von
  • Martin Holland

Ein neuronales Netzwerk hat mehr als 300 Exoplaneten-Kandidaten bestätigt und hebt die Gesamtzahl der bekannten Planeten außerhalb des Sonnensystems damit auf fast 5000. ExoMiner ist zwar nicht die erste KI, die Menschen bei dieser mühsamen Arbeit hilft, aber die produktivste. Außerdem übertrifft sie ihren Entwicklern und Entwicklerinnen zufolge ähnliche Algorithmen gleich bezüglich mehrerer Aspekte. Gleichzeitig sei das neuronale Netz keine Blackbox, jede Entscheidung könne komplett nachvollzogen werden. "Wenn ExoMiner sagt, etwas ist ein Planet, kann man sicher sein, dass es einer ist", gibt sich Projektleiter Hamed Valizadegan vom Ames Research Center der NASA überzeugt.

Algorithmen wie ExoMiner können die Suche nach Exoplaneten deutlich beschleunigen. Die läuft üblicherweise in zwei Schritten ab. Zuerst suchen Teleskope mit verschiedenen Techniken nach Hinweisen auf Planeten im Umfeld ferner Sterne. Dabei gemachte Funde erhalten dann aber erst einen Kandidatenstatus. Solche potenziellen Exoplaneten können durch eine von der Fundtechnik abweichende andere Beobachtungstechnik bestätigt ("confirmed") oder durch statistische Berechnungen validiert ("validate") werden. Eine KI wie ExoMiner kann also nur solch eine mathematische Bestätigung liefern. Anhand von Testläufen auf bereits korrekt klassifizierten Datensätzen kann die Genauigkeit aber überprüft werden. Die KI sei dabei präziser und konsistenter in ihren Entscheidungen, versichert das Team.

Bereits vor einem Jahr hatte ein Forschungsteam aus Großbritannien eine KI vorgestellt, die damals als erste gleich Dutzende Exoplaneten bestätigt hat. ExoMiner arbeite nun besser als diese Technik, heißt es in der Forschungsarbeit, die im Astrophysical Journal erscheint. Trainiert wurde die KI mit Kepler-Daten, aber als Nächstes soll sie auf Kandidaten aus dem Katalog des Nachfolgeteleskops TESS angesetzt werden. Das sucht bei viel mehr Sternen als Kepler nach den charakteristischen Helligkeitsschwankungen, die auf vorüberziehende Exoplaneten hindeuten. Daran arbeite man gegenwärtig, erklärt Valizadegan. Die Zahl der von Algorithmen bestätigten Exoplaneten dürfte also bald deutlich weiter steigen.

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(mho)