Asus über sinkende Grafikkartenpreise: Krypto-Mining-Nachfrage verschwindet

Auch unabhängig von den jüngsten Preisstürzen kaufen Mining-Farmen weniger Grafikkarten – aus Vorsicht, wie es mit dem Schürfen von Ethereum weitergeht.

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(Bild: Wit Olszewski / Shutterstock.com)

Von
  • Mark Mantel

Krypto-Miner kaufen weniger Desktop-Grafikkarten zum Schürfen von Ethereum und anderen Kryptowährungen – das sagte Asus-Chef S.Y. Hsu in der Analystenkonferenz zu den jüngsten Geschäftszahlen. Dabei gab er zu, dass die Grafikkartennachfrage in den vergangenen zwei Jahren durch das Krypto-Mining "hochgetrieben" wurde.

S.Y. Hsu ging in der Konferenz (Transkript bei Seekingalpha) allerdings nicht auf die Preisstürze praktisch aller Kryptowährungen in den vergangenen Tagen ein. Vielmehr macht er den erwarteten Wechsel von Proof of Work (PoW) auf Proof of Stake (PoS) bei Ethereum für die Zurückhaltung bei Mining-Farmen verantwortlich. Die Ethereum Foundation will dabei das Konsensverfahren wechseln und das energieintensive Suchen nach Hashes durch GPUs und ASICs hinter sich lassen. Auch dieses Jahr kam es jedoch wiederholt zu Verschiebungen – laut aktueller Prognose soll der Wechsel bis Ende 2022 stattfinden.

Fraglich ist, wie es beim Krypto-Mining weitergeht, wenn Ethereum tatsächlich auf PoS wechselt. Es gibt andere Kryptowährungen wie Ravencoin, die sich mit Grafikkarten schürfen lassen, zumindest aktuell aber weniger lukrativ sind als Ethereum. Eine gewisse Vorsicht bei Mining-Farmen lässt sich allerdings schon seit Monaten beobachten: Die Rechenleistung im Ethereum-Netzwerk wuchs langsamer als im Jahr 2021, was mit sinkenden Preisen für Desktop-Grafikkarten einherging. Auf diese Entwicklung bezog sich offensichtlich auch Asus' S.Y. Hsu.

Obwohl die Kryptokurse deutlich eingebrochen sind, ist das Mining bei Ethereum weiterhin profitabel, insbesondere in Ländern mit niedrigen Strompreisen wie in weiten Teilen Asiens und in den USA. Mit einer GeForce RTX 3060 etwa macht man bei Strompreisen von 10 US-Cent pro Kilowattstunde derzeit pro Tag mehr als 1 US-Dollar Gewinn, wenn man eine Miner-Software ohne Nvidias Mining-Bremse laufen lässt. Selbst mit 40 Euro-Cent pro Kilowattstunde sind derzeit noch kleine Gewinne drin.

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Der oft heraufbeschworene Ausverkauf von Krypto-Minern, die den Gebrauchtmarkt mit Grafikkarten überfluten würden, dürfte folglich erst stattfinden, wenn die Kryptokurse noch weiter abstürzen. Bis dahin verwenden Mining-Farmen wohl zumindest ihre bereits gekaufte Hardware weiter. Ohne Nachfrage nach neuen Grafikkarten können sich die Preise im Handel aber immerhin weiter stabilisieren.

(mma)