Atomkraft: AKW Grafenrheinfeld hat keine Brennelemente mehr

Der Rückbau des AKW in Bayern nahe Schweinfurt schreitet voran. Ab 2021 können die Reaktordruckbehälter-Einbauten zerlegt werden.

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(Bild: Preussenelektra)

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  • Andreas Wilkens

Das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld, das im Juni 2015 abgeschaltet wurde und seit April 2018 rückgebaut wird, enthält nun keine Atombrennstoffe mehr. Am Dienstag sei die letzte Beladung eines Transport- und Lagerbehälters der Bauart Castor erfolgreich abgeschlossen worden, teilte Betreiber Preussenlektra mit.

Der Behälter sei aus dem Reaktorgebäude geschleust und in das Standortzwischenlager gebracht worden. Das Brennelement-Lagerbecken des AKW Grafenrheinfeld sei damit komplett leergeräumt, die Anlage frei von Brennstoff. Damit seien 99 Prozent der radioaktiven Masse aus der Betriebszeit entfernt.

Preussenelektra wertet den Vorgang als einen wichtigen Meilenstein im Rückbau der Anlage. "Weitere Restbetriebssysteme werden nun nicht mehr benötigt und können dauerhaft außer Betrieb genommen werden", erläutert Anlagenleiter Bernd Kaiser, die Schichtbesetzung könne nun reduziert werden. 2021 soll ein Viertel der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter neue Aufgaben und Positionen übernehmen. Derzeit arbeiten in Grafenrheinfeld knapp 200 Mitarbeiter:innen.

Ab 2021 sollen in Grafenrheinfeld die Reaktordruckbehälter-Einbauten zerlegt werden. Hierzu müssen zunächst auf Höhe des geleerten Brennelement-Lagerbeckens Komponenten und Einrichtungen entfernt werden, um Lager-, Hantierungs-, Zerlege- und Verpackungsflächen für das anstehende Großprojekt vorbereiten zu können.

Das AKW Grafenrheinfeld lief von 1982 bis 2015. Der Druckwasserreaktor hatte eine elektrische Bruttoleistung von 1345 MW. Durch die 13. Novelle des Atomgesetzes verlor die Anlage ihre Berechtigung zum Leistungsbetrieb.

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Seit 2018 wurden gut 750 Tonnen Abbruchmaterial zurückgebaut, knapp 31.000 weitere Tonnen stehen noch bevor. In 15 Jahren soll der Rückbau komplett abgeschlossen sein.

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Seit März 1984 ist Block C des AKW im bayerischen Gundremmingen in Betrieb. Block A war von 1967 bis 1977 in Betrieb. Der 1984 ans Netz gegangene Block B wurde am 31. Dezember 2017 abgeschaltet, Block C – ebenfalls 1984 in Betrieb genommen – soll 2021 folgen. (Bild: kkw-gundremmingen.de)

(anw)