Atomkraft: China will selbstentwickelten Reaktor zur Serienreife bringen

Chinas erste Eigenentwicklung im Atomkraftwerk Fuqing liefert nun kommerziell Strom. Betreiber CNNC will die Technik weltweit anbieten.

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Das Atomkraftwerk Fuqing befindet in der Provinz Fujian auf einer Halbinsel.

(Bild: CNNC)

Von
  • Andreas Wilkens

Im Atomkraftwerk Fuqing ist der erste von China selbst entwickelte Druckwasserreaktor nun am Netz. Der auch Hualong One genannte Reaktor vom Typ HPR1000 mache China nach den USA, Frankreich und Russland zum vierten Land weltweit, welches die Atomenergietechnik der dritten Generation beherrsche, teilte die Betreiberin China National Nuclear Corporation (CNNC) mit.

Der Reaktor Fuqing 5 könne jährlich 10 Milliarden kWh Strom erzeugen und die Nachfrage von einer Million Einwohnern decken. CNNC gibt seinem neuen Reaktor eine Lebensdauer von 60 Jahren. Der Brennstoff bestehend aus knapp 180 Elementen müsse alle anderthalb Jahre erneuert werden.

Hualong One werde nun für die Serienproduktion und den Export weiterentwickelt, sagte CNNC-Chef Yu Jianfeng. Die Technik könne dazu beitragen, Kohlenstoffneutralität zu erreichen, denn sie erspare jährlich 8,16 Millionen Tonnen CO2. In Pakistan werden bereits zwei Blöcke mit der chinesischen Technik gebaut.

Der erste Reaktor vom Typ Hualong One sei wie geplant entwickelt und innerhalb von fünf Jahren gebaut worden, er funktioniere zuverlässig und sicher, schreibt CNNC. Mit seinem Doppelschalen-Containment und anderer Technik erfülle er die aktuellen internationalen Sicherheitsanforderungen.

Im Reaktor Fuqing 5 wurde im Oktober 2020 die erste Kettenreaktion ausgelöst, Ende November 2020 wurde er mit dem Netz synchronisiert. Dezember 2015 wurde mit dem Bau von Block 6 begonnen, der ebenfalls auf Hualong One basiert.

Im September 2020 hatte die chinesische Regierung bekräftigt, ihr Land bis 2060 CO2-neutral zu machen. Das heißt, durch Brennstoffe soll die Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre nicht beeinflusst werden. Der Anteil der Atomkraft an der Stromversorgung betrug bisher in China weniger als fünf Prozent, derzeit werden dort 13 Atomkraftwerke gebaut.

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(anw)