Atomkraftwerk Grohnde soll Ende Dezember vom Netz

35 Jahre lang hat das Atomkraftwerk in Grohnde Strom geliefert. Bald ist damit endgültig Schluss.

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Das Atomkraftwerk Grohnde liegt an der Weser etwa 12 Kilometer südlich von Hameln.

(Bild: PreussenElektra)

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  • dpa

Das Atomkraftwerk Grohnde bei Hameln soll Ende Dezember endgültig abgeschaltet werden. Der genaue Tag stehe noch nicht fest, teilte der Betreiber PreussenElektra auf Anfrage der dpa mit. "Aller Voraussicht nach wird dieser Tag aber in der zweiten Dezemberhälfte 2021 liegen."

Der Rückbau der Anlage soll ein Jahr nach der Abschaltung beginnen. Noch fehle dafür aber die Genehmigung des niedersächsischen Umweltministeriums. Das Genehmigungsverfahren habe Ende 2017 begonnen.

Preussenelektra rechnet damit, dass der nukleare Rückbau 10 bis 15 Jahre dauern wird. "Daran schließen sich noch rund zwei Jahre für den konventionellen Abbruch der Gebäude an", hieß es.

Das AKW Grohnde war 1985 in Betrieb genommen worden. Nach Angaben von Preussenelektra war es mit Blick auf die jährliche Stromproduktion mehrfach unter den zehn erzeugungsstärksten Atomkraftwerken weltweit. Die Stilllegung ist Teil des 2011 beschlossenen Atomausstiegs in Deutschland.

Bisher sind rund 500 Menschen am AKW Grohnde beschäftigt, davon etwa 300 von Preussenelektra. Während des Rückbaus werde diese Zahl schrittweise zurückgehen, teilte der Betreiber mit. Das Unternehmen sprach von "Anpassungen", die sozialverträglich erfolgen sollen.

Drei AKW sind noch in Deutschland in Betrieb (7 Bilder)

Seit März 1984 ist Block C des AKW im bayerischen Gundremmingen in Betrieb. Block A war von 1967 bis 1977 in Betrieb. Der 1984 ans Netz gegangene Block B wurde am 31. Dezember 2017 abgeschaltet, Block C – ebenfalls 1984 in Betrieb genommen – folgte Ende 2021. (Bild: kkw-gundremmingen.de)

Das Umweltministerium in Hannover verwies darauf, dass die Betriebserlaubnis für das Kraftwerk am 31. Dezember 2021 endet. Im vergangenen Frühjahr war das Atomkraftwerk für eine sechswöchige Wartung vom Netz genommen worden. Wegen coronabedingter zusätzlicher Schutzmaßnahmen dauerte die jährliche Revision länger als geplant. Unter anderem wurden dabei 32 der 193 Brennelemente im Reaktorkern ausgetauscht. Gefunden wurde lediglich ein meldepflichtiger Befund – ein Fehler an einem Leistungsschalter, der laut Umweltministerium aber nur geringe sicherheitstechnische Relevanz hatte. Auch in der Jahresbilanz sei die Zahl der meldepflichtigen Ereignisse in Grohnde zuletzt zurückgegangen: von acht im Jahr 2019 auf drei im Jahr 2020.

(anw)