Atommüll-Endlager: Deutschland beteiligt sich weiter an der Suche in der Schweiz

Ein Expertengremium sorgt dafür, dass deutsche Interessen berücksichtigt werden. Das Umweltministerium hat die Finanzierung dafür um drei Jahre verlängert.

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Die in der Nordschweiz in Frage kommenden Standorte für ein Atommüll-Endlager.

(Bild: nagra.ch / heise online)

Von
  • Andreas Wilkens

So wie in Deutschland wird auch in der Schweiz nach einem Standort für die sichere Endlagerung gesucht. Deutschland beteiligt sich daran seit Juni 2006 in Gestalt der Expertengruppe-Schweizer-Tiefenlager (ESchT) und hat nun die finanzielle Förderung dafür um drei Jahre verlängert.

In der derzeitigen dritten Etappe der Endlagersuche kommen in der Schweiz die Regionen Jura Ost, Nördlich Lägern und Zürich Nordost in Frage, da der in der Nordschweiz vorkommende Opalinuston als Wirtsgestein als besonders geeignet eingeschätzt wird. Die Regionen liegen alle in unmittelbarer Grenznähe zu Deutschland.

Die ESchT soll dafür sorgen, dass die Interessen der deutschen Gemeinden in Grenznähe angemessen berücksichtigt werden. Das macht sie zusammen mit der gemeinsam von Baden-Württemberg getragenen Deutschen Koordinierungsstelle Schweizer Tiefenlager (DKST).

"Die Suche nach einem Atommüll-Endlager ist eine große, gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Sie kann nur transparent gelingen", erläutert Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin im deutschen Bundesumweltministerium. Dabei müsse die Öffentlichkeit umfassend beteiligt werden.

Im EScht sitzen elf Fachleute wie zum Beispiel Gerhard Enste von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Iris Graffunder vom Entsorgungswerk für Nuklearanlagen, Julia Neles vom Öko-Institut Darmstadt und Prof. Dr.-Ing. habil. Karl-Heinz Lux von der TU Clausthal. Die Expertengruppe hat beispielsweise eine grenzüberschreitende regionale Entwicklungsstrategie erarbeitet und eine Darstellung aller Umweltauswirkungen.

Radioaktive Abfälle fallen in der Schweiz in den vier Atomkraftwerken an, beim Rückbau des AKW Mühleberg sowie in der Medizin, Industrie und Forschung. Laut dem seit Februar 2005 geltenden Schweizer Kernenergiegesetz und der Kernenergieverordnung musste ein Sachplan zur Festlegung von Endlagerstandorten aufgestellt werden. Das darauf basierende Standortsuchverfahren läuft seit 2008, abgeschlossen sein soll es 2031.

In Deutschland soll ebenfalls bis 2031 ein geeigneter Standort für ein Atommüll-Endlager gefunden werden. Bis Ende September 2020 stand fest, dass 54 Prozent des Bundesgebiets in der weieren Auswahl sind.

(anw)