Audio-Streaming lässt Umsatz der Musikbranche trotz Pandemie weiter wachsen

Die Musikindustrie schließt das Jahr 2020 mit Umsatzplus von 9 Prozent ab. Der Digitalanteil steigt auf inzwischen 71,5 Prozent.

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(Bild: natmac stock/Shutterstock.com)

Von
  • Madeleine Domogalla

Die deutsche Musikindustrie konnte 2020 trotz der Auswirkungen der Coronakrise ihren Umsatz steigern. Gemäß Bundesverband Musikindustrie (BVMI) belaufen sich die Einnahmen, zusammengesetzt aus Tonträgerverkäufen und dem Erlös aus dem Streaming-Geschäft, auf 1,79 Milliarden Euro. 2019 hatte der Gesamtwert noch bei 1,62 Milliarden Euro gelegen, 2020 gab es also ein Wachstum von 9 Prozent.

Neben dem Erlös aus dem Verkauf von Tonträgern (physische Medien wie CDs und Schallplatten) trägt auch die Nutzung digitaler Musikinhalte einen Teil zum Umsatz bei. Lag der Digitalanteil 2019 noch bei rund 55,5 Prozent, verzeichnet die Musikindustrie für 2020 bereits 71,5 Prozent. Daraus resultiert ein Umsatzwachstum von 24,6 Prozent im Bereich Audio-Streaming.

Mit steigender Nutzung von Online-Musikinhalten geht die Zahl der Nutzung von physischen Medien zurück. Der Verkauf von CDs ist im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent gesunken, was laut BVMI auch an den aufgrund der Pandemie-Maßnahmen geschlossenen Geschäfte liegen kann. Dennoch bleibt die CD mit 21,6 Prozent Umsatzanteil das zweitstärkste Medium. Vinyl kämpft sich zurück auf Platz 3 – der Gesamtmarktanteil liegt bei 5,5 Prozent (2019 noch bei 4,9 %), was ein Plus von 24,7 Prozent ausmacht.

Musikindustrie in Zahlen: Physische und digitale Umsatzanteile 2020

(Bild: Bundesverband Musikindustrie e.V.; GfK Entertainment)

Der Vorstandsvorsitzende des BVMI, Florian Drücke, mahnt jedoch zur Vorsicht. Dass der Umsatz steige und der Digitalanteil wachse, dürfe über zwei Dinge nicht hinwegtäuschen: "Zum einen sind die Künstler:innen und unsere Schwesterbranchen, allen voran das Live-Geschäft, bekanntlich in dramatischem Ausmaß von den Lockdowns betroffen und die Spätfolgen der Konzertausfälle innerhalb unserer eng verzahnten Branchenwelt noch nicht absehbar."

Drücke fordert in Bezug auf den zunehmenden Digitalanteil noch "belastbare Rahmenbedingungen im Netz" sowie ein "besseres Verständnis des digitalen Spielfelds". Die Gesetzgebung müsse sich laut Drücke bei der Ausgestaltung des Rechtsrahmens die Frage stellen, welchen Wert die Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland habe.

(mdo)