Ausbau der US-Fertigung: TSMC mit zweiter Chipfabrik in Arizona für 3 Nanometer

Taiwanischer Chipfertiger verdreifacht seine Investitionen in den USA: Statt 5-nm-Chips sollen zwei Fabs mehr Halbleiter in 4- und 3-nm-Strukturen produzieren.

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Chipfertigung im Reinraum

(Bild: Taiwan Semiconductor Manufacturing Co., Ltd.)

Von
  • Frank Schräer

Der taiwanische Chipauftragsfertiger TSMC baut seine Pläne in den USA deutlich aus. Statt eine Halbleiterfabrik für die Produktion von 5-Nanometer-Chips für 12 Milliarden US-Dollar im US-Bundesstaat Arizona zu errichten, planen die Taiwaner dort nun zwei Chipfabriken für rund 40 Milliarden Dollar zu bauen, in denen 4- und 3-Nanometer-Wafer hergestellt werden sollen.

Der Umfang gehört zu den größten ausländischen Investitionen in der Geschichte der Vereinigten Staaten und gleichzeitig die bislang größte in Arizona. Laut Mitteilung der TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing Company) soll die Produktion in 4-nm-Technik (N4) 2024 aufgenommen werden, während die zweite Halbleiterfabrik mit der Herstellung von 3-nm-Chips 2026 beginnen soll.

Apple und Nvidia sollen zu den ersten Abnehmern der von TSMC in den USA hergestellten Chips gehören, meldet Nikkei Asia. Daneben verhandelt auch AMD mit TSMC über einen Anteil an der US-Produktion. Zuvor hatte Apple TSMC zum Bau komplexerer Chips in den USA gedrängt, denn die ursprünglich dort geplanten 5-nm-Chips werden 2024 nicht mehr zur jüngsten Chipgeneration gehören. Apple setzt aktuell bereits von TSMC in Taiwan produzierte 5-nm-Chips in seinen MacBooks, iPhones und iPads ein.

Trotzdem werden N4-Chips auch 2024 nicht mehr zur neuen Halbleitergeneration zählen. In Taiwan läuft TSMCs Serienproduktion mit 3 Nanometern bereits an und ab 2025 folgt 2 Nanometer. Damit sichert sich Taiwan weiterhin einen Technologievorsprung. Auch wenn US-Präsident Joe Biden während der feierlichen Eröffnung der TSMC-Baustelle in Arizona vor einem Banner "A Future Made in America" erklärte, dass amerikanische Produktion zurück sei. Die USA befinden sich Bidens Ansicht nach nun in einer besseren Position, um die Weltwirtschaft in den kommenden Jahren anzuführen, wie Reuters berichtet.

Neben der – verglichen mit Taiwans Chipfabriken – nicht mehr führenden Fertigungstechnik in den USA ist auch die dortige Produktionskapazität deutlich niedriger als auf der südostasiatischen Insel. So plant TSMC die Herstellung von über 600.000 Wafer pro Jahr in Arizona. Das ist zwar deutlich mehr als die ursprünglich für die 5-nm-Chipfabrik geplanten 20.000 Wafer pro Monat. Taiwans Wirtschaftsminister Wang Mei-Hua erklärte hingegen kürzlich (laut chinesischsprachigem Artikel), dass TSMC in Taiwan 2 Millionen Wafer pro Monat produziert, allerdings einschließlich älterer Generationen.

Das taiwanische Marktforschungsunternehmen TrendForce bestätigt dieses Kapazitätsverhältnis und meldet, dass die US-Expansion den amerikanischen Anteil an TSMCs Gesamtproduktion von einem Prozent 2022 auf lediglich drei Prozent 2025 erhöhen dürfte. Gleichzeitig sinkt der Anteil von in Taiwan selbst produzierten Chips von 93 auf 88 Prozent.

(fds)