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Ausgespäht: Bei diesem Futterautomaten kam nicht nur die Katze auf den Geschmack

Eine Frau wurde über ihren smarten Katzenfütterungsautomat mit WLAN ausgespäht. Das passierte vermutlich, weil das Gerät im privaten Netz ungesichert war.

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Nahaufnahme eines Katzenkopfs

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

Von
  • Marie-Claire Koch

Ein smarter Katzenfütterungsautomat mit eingebauter Kamera hat ein Eigenleben entwickelt, das einer 23-Jährigen aus Gelsenkirchen alles andere als recht war, wie die dortige Polizei berichtet. Die Betroffene habe am Samstag nach Mitternacht die Polizei gerufen und "Strafanzeige wegen Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes" gestellt.

Die Anzeige galt aber nicht etwa dem Stubentiger, sondern einer unbekannten Person, die sich die schlaue Futterstätte zunutze gemacht haben soll. Laut der Frau seien Ton- und Videoaufnahmen aus ihrer Wohnung abhandengekommen und bei Instagram veröffentlicht worden seien. Demnach drohte der unbekannte Tatverdächtige der Frau, weitere Aufnahmen online zu stellen. Details, etwa um welches Gerät es sich bei dem Vorfall handelt, nannte die Polizei nicht.

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Das Internet ist voll von heißen IT-News und abgestandenem Pr0n. Dazwischen finden sich auch immer wieder Perlen, die zu schade sind für /dev/null.

Als Tatmittel kam wohl eine in die Station eingebaute Kamera zum Einsatz. So bediente sich also nicht nur der Stubentiger an der Station, sondern es kam augenscheinlich noch jemand anderes auf den Geschmack und nutzte die WLAN-Verbindung des Geräts.

In diesem Zusammenhang empfiehlt die Polizei, auch private WLAN-Netze vor dem Zugriff durch Unbefugte zu schützen. Weiter rät die Polizei, Geräte, die über einen WLAN-Zugang und eine Kamera oder ein Mikrofon verfügen, "nicht im Sicht- und Hörbereich zu nutzen, sofern die Privatsphäre betroffen ist".

Aufgrund der steigenden Anzahl vernetzter Geräte in Smart Homes hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik erst kürzlich die Beantragung für alle IT-Sicherheitskennzeichen für alle "smarten Verbrauchergeräte" ermöglicht. Immer wieder warnen Sicherheitsexperten davor, dass von smarten Geräten bestimmter Hersteller möglicherweise Sicherheitsrisiken ausgehen könnten. Erst im Februar dieses Jahres wurde bekannt, dass es bei zwei Babyphones von Nooie aufgrund von Sicherheitslücken möglich gewesen wäre, den Videostream anzuzapfen.

Das aktuelle Beispiel zeigt, dass es nicht nur die Samtpfoten sind, die die kleinste Lücke im Haus zu nutzen wissen, um sich Zugang zu verschaffen.

(mack)