Außerhalb der Heliosphäre: Voyager 1 entdeckt "Brummen" des interstellaren Gases

Kein menschengemachtes Objekt ist so weit von uns entfernt wie Voyager 1. Im Interstellaren Gas hat die Sonde nun ein leichtes Brummen ausgemacht.

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Künstlerische Darstellung von Voyager 1

(Bild: NASA/JPL)

Von
  • Martin Holland

Die NASA-Sonde Voyager 1 hat hinter der Grenze des Sonnensystems ein leichtes "Brummen" ausgemacht, das vom interstellaren Gas ausgeht. Das hat eine Gruppe von Forschern um Stella Koch Ocker von der Cornell University herausgefunden, die die Daten untersucht, die die am weitesten von uns entfernte Sonde weiterhin zur Erde schickt. Das Signal sei sehr schwach und monoton, weil es sich auf einen sehr engen Frequenzbereich beschränke, schreiben sie nun. Gemessen wird es demnach nur, wenn das interstellare Gas um Voyager 1 nicht gerade von Ausbrüchen unserer Sonne aufgewühlt wird.

Voyager 1 wurde am 5. September 1977 gestartet und ist inzwischen fast 23 Milliarden Kilometer von uns entfernt, das ist 152 Mal so weit wie die Erde von der Sonne. Auf ihrer Route hatte sie am Jupiter und an dem Saturn Schwung geholt und rast seitdem aus dem Sonnensystem, gegenwärtig mit fast 17 Kilometern pro Sekunde. Die Signale von der Erde benötigen inzwischen über 21 Stunden bis zur Sonde. 2012 hatte Voyager 1 den interstellaren Raum erreicht, ihre Schwestersonde Voyager 2 erreichte diesen Meilenstein Ende 2018. 2017 hatte Voyager 1 zum ersten Mal nach 37 Jahren die Triebwerke angeworfen, um die eigene Antenne genauer auf die Erde auszurichten. Die neuen Ergebnisse zeigen nun einmal mehr, dass die Sonde immer noch wertvolle Forschungsarbeit leistet.

Das monotone Brummen des interstellaren Gases hat Voyager 1 nun mit dem Plasma Wave System gemessen, eines von nur vier Instrumenten, das noch aktiv ist. Angesichts der Entdeckung des Signals meint die Gruppe, dass es in dem Gas wohl mehr niederschwellige Aktivität gibt, als vorher angenommen. Gleichzeitig ermögliche ihnen das Hintergrundsignal Messungen an dem Gas, auch wenn die Sonne dort nicht gerade für Turbulenzen sorgt. Insgesamt gleiche es einem sanften Regen, der immer wieder durch ein Gewitter unterbrochen werde, wenn Sonnenwind das interstellare Medium durchwühlt. "Aus wissenschaftlicher Sicht ist das Ergebnis eine wahre Meisterleistung", ergänzt Ocker nun. Die Studie ist im Fachmagazin Nature Astronomy erschienen.

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(mho)