Autoabsatz: Verkaufszahlen im Keller, Stimmung eingetrübt

Der Automarkt leidet weiterhin darunter, dass die Hersteller durch den Teilemangel die Nachfrage nicht befriedigen können. Und die Aussichten sind trübe.

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Knappe Neuwagen, gefragte und deshalb teure Gebrauchtwagen: Der Automarkt ist derzeit neben der Spur. Nun trüben sich die Konjunkturaussicht ein.

(Bild: Mercedes)

Von
  • Martin Franz
  • mit Material der dpa

Unverändert zeigt sich auch im August der Automarkt unter Druck. Von den Verkaufszahlen vor der Pandemie sind die Konzerne teilweise drastisch weit entfernt. Im August wurden 199.200 Pkw neu zugelassen, wie das Kraftfahrt-Bundesamt mitteilte. Das waren zwar drei Prozent mehr als im ebenfalls schwachen August vergangenen Jahres. Der Kalender ließ aber auch einen zusätzlichen Verkaufstag zu. Zwar bremsen Lieferengpässe bei wichtigen Bauteilen nach Branchenangaben nicht mehr ganz so stark die Produktion wie zuletzt. Dafür scheuten die Menschen angesichts stark steigender Preise etwa für Energie und Lebensmittel nun zunehmend größere Anschaffungen.

In diesem Jahr steuere der Automarkt in Deutschland auf die schlechtesten Verkaufszahlen seit 30 Jahren zu, teilte der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller mit. Die deutschen Hersteller hatten erst kürzlich ein weiteres Mal ihre Prognose gesenkt. Inzwischen geht der Verband der Automobilindustrie für 2022 nur noch von 2,5 Millionen Neuzulassungen in Deutschland aus. Das wäre ein Rückgang von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Mit 34,9 Prozent hatte im August der größte Teil der Neuwagen einen Benziner, 18,2 Prozent einen Dieselmotor. Batterieelektrische Autos hatten einen Marktanteil von 16 Prozent, gut 12 Prozent waren Plug-in-Hybride. In der Nische blieben Neuwagen mit Gasantrieb: Die Anzahl der flüssiggasbetriebenen Autos legte mit 1088 Einheiten um 53 Prozent zu, ihr Anteil betrug 0,5 Prozent. Hinzu kamen 160 Erdgas-Pkw und damit -19,6 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Ihr Anteil betrug 0,1 Prozent.

Neun Marken konnten im Jahresvergleich gegenüber 2021 zulegen, allen voran Polestar. Die Volvo-Submarke konnte um knapp 110 Prozent zulegen. Stark im Plus waren in den ersten acht Monaten auch Dacia (45 Prozent) und Tesla (36,9). Besonders kräftig verloren haben Smart (-45,5 Prozent), Suzuki (-42,1), Jaguar und Renault (-31,8), Volvo (-25,5) sowie Mazda (-25,3).

(mfz)