Autonome Autos: Voyage entwickelt Fernsteuerstation für ratlose Gefährte

Wenn ein Robotaxi nicht mehr weiterweiß, soll ein Mensch seiner Künstlichen Intelligenz auf die Sprünge helfen.

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Ein Vayge-Mitarbeiter sitzt im Telessist.

(Bild: Voyage)

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Was tun, wenn ein autonomes Auto auf offener Strecke steckenbleibt? Über dieses Problem hat sich der US-amerikanische Entwickler von Robotaxis Voyage den Kopf zerbrochen und mit dem Telessist Pod eine Station entwickelt, von der aus ratlosen Fahrzeugen aus der Ferne weitergeholfen werden kann. Damit will Voyage nach eigenen Angaben die Lücke zwischen dem, was autonome Fahrzeuge heute leisten können, und einem reibungslosen Dienst mit "menschlicher Intelligenz" füllen und die Entwicklung hin zu künftigen Robotaxis beschleunigen.

Autonome Fahrzeuge seien in der Lage, 99 Prozent der Verkehrssituationen selbstständig zu bewältigen, erläutert Voyage. Das bedeutet statistisch gesehen für einen 12-stündigen Dienst am Transport von Menschen, dass sie für 8 Minuten nicht weiterwissen und stehenbleiben. Voyage rechnet damit, dass es auch in Zukunft immer noch einen kleinen Anteil an Situationen geben werde, die auch eine noch so ausgeklügelte KI nicht beherrschen kann.

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Der Telessist Pod wird aktiviert, wenn ein Robotaxi steckengeblieben ist und diesen Status meldet. An der Workstation kann nun ein Mensch die Steuerung übernehmen und die 360° umfassenden Bilder der Kameras an dem Auto an einem Bildschirm überwachen. Die Latenz in der verschlüsselten Kommunikation via LTE zwischen Telessist und dem Auto soll weniger als 100 Millisekunden betragen. Falls die Kommunikation ausfällt, soll der Remote Drive Assist als redundantes Sicherheitssystem einspringen und selbstständig das Auto stoppen.

Beispielsweise kann ein Roboauto in einer für es schwierigen Situation stehenbleiben und in der Steuerzentrale nachfragen, was es tun soll. Der Fernbediener kann daraufhin Anweisungen geben wie "fahre weiter mit 8 km/h". Voyage betont, dass das Fahrzeug auch dann immer noch autonom arbeite, also die Antworten als zusätzliche Eingaben für seine Algorithmen verwendet. Zudem werde die Entscheidungsautomatik auf bis dahin für sie unbekannte Situationen trainiert.

Fernsteuerung für Autos könnte ein Zwischenschritt hin zu autonomem Fahren im Straßenverkehr sein. Vor gut zwei Jahren demonstrierte das US-Startup Phantom Auto, dass sich Fahrzeuge über fast 900 Kilometer Entfernung fernlenken lassen. Seit 2010 arbeiten Forscher des Lehrstuhls für Fahrzeugtechnik der TU München am "teleoperierten Fahren".

(anw)