Autonome Lieferfahrzeuge: Intels Mobileye liefert Fahr-Plattform für Udelv

Die "Transporter" von Udelv sollen ab 2023 Waren autonom ausliefern. Als Plattform für die Level-4-Vehikel kommt die "Mobileye Drive"-Technik zum Einsatz.

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Ein autonomer "Transporter" von Udelv.

(Bild: Intel/Mobileye)

Von
  • Oliver Bünte

Die israelische Tochtergesellschaft von Intel, Mobileye, liefert mit der Selbstfahr-Plattform "Mobileye Drive" die Grundlage für den Bau der nächsten Generation elektrisch betriebener autonomer Lieferfahrzeuge an Udelv. Wie Intel am Montag mitteilte, sollen bis 2028 rund 35.000 Fahrzeuge mit "Mobileye Drive"-Technik produziert werden. Ab 2023 sollen die ersten autonomen Fahrzeuge auf den Straßen rollen.

Die "Mobileye Drive"-Plattform ist für den kommerziellen Einsatz geeignet, sind sich Intel und Mobileye sicher. Der Bedarf an Lieferkapazitäten für die letzte Meile sei durch das zunehmende Online-Shopping gestiegen. In den nächsten Jahren seien weitere Steigerungen zu erwarten. Rund 36 Prozent mehr Lieferfahrzeuge werden nach Angaben von Intel bis 2030 benötigt. Die Coronavirus-Pandemie hätte außerdem den Bedarf nach kontaktloser Lieferung von Waren befeuert, sagte Amnon Shashua, Präsident und CEO von Mobileye. Von diesem Markt wolle sich das Unternehmen eine Scheibe abschneiden und seine Selbstfahr-Plattform an Udelv liefern.

Die hohen Kosten für die Lieferung auf der letzten Meile könnten mit selbstfahrenden Lieferfahrzeugen deutlich reduziert werden, auch die Situation, Fahrer für die Auslieferungen zu finden, spitze sich zu. Es sei deshalb nötig, das jetzige Liefermodell zu verbessern und die Effizienz der Lieferungen auf der letzten und mittleren Meile zu steigern.

Udelv sieht die "Mobileye Drive"-Plattform für marktreif an. Mobileye sei das einzige Unternehmen, das ein "komplettes Selbstfahrsystem zur kommerziellen Nutzung und Skalierung" bereitstellen könne.

"Mobileye Drive" umfasst eine Recheneinheit, die autonomes Fahren auf Level-4 unterstützt. Kern des Systems ist ein EyeQ System on Chip (SoC). Dazu kommen die notwendigen Sensoren und die Software, um autonomes Fahren zu gewährleisten. Damit sollen die schlicht "Transporter" genannten Fahrzeuge von Udelv vollautonom nach Level-4 eine Tür-zu-Tür-Zustellung von Waren durchführen können. Die dafür notwendige Integration eines Zustellsystems werde mit technischer Hilfe von Mobileye weitgehend von Udelv selbst realisiert. Die Fahrzeuge können über Udelvs TeleOperation-System in kritischen Situationen ferngesteuert werden, um beispielsweise bei komplizierten Manövern auf Parkplätzen, Ladezonen und Privatstraßen auszuhelfen.

Ein erster Abnehmer für die Udelv-Transportfahrzeuge ist bereits gefunden: Donlen, eine US-amerikanische Flottenleasing- und -verwaltungsgesellschaft hat sich nach Angaben von Intel bereits 1000 Fahrzeuge gesichert. Tom Callahan, Präsident von Donlen, sieht eine Reihe von Vorteilen in den selbstfahrenden Udelv-Transportern und erwartet durch sie niedrigere Lieferkosten und mehr Sicherheit auf den Straßen. Außerdem sei durch den elektrischen Antrieb eine bessere CO2-Bilanz zu erwarten.

Udelv hatte 2018 erstmals eine autonome Zustellung mit einem selbstfahrenden Transportfahrzeug durchgeführt. Udelv ist nicht der einzige Anbieter, der Mobileye-Technik einsetzt: Im Februar 2021 kündigte Mobileye die Zusammenarbeit mit Transdev ATS und der Lohr Group in Europa an. Hier stellt Mobileye Technik für selbstfahrende i-Christal-Shuttles zur Personenbeförderung bereit. Zunächst sollen Tests laufen, dann soll die Produktion der iChristal-Shuttles 2022 starten, um erste Fahrzeuge zur Personenbeförderung 2023 einsetzen zu können.

(olb)