Autonome Lkw: Volkswagen-Tochter Traton und Tusimple kooperieren

Traton beteiligt sich an dem kalifornischen Spezialisten für autonomes Fahren und plant eine erste Teststrecke in Schweden. Ein Hintergrund: Lkw-Fahrermangel.

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Mit Hilfe von Technik des Spezialisten Tusimple sollen Scania-Trucks weitgehend autonome fahren können.

(Bild: Scania)

Von
  • Andreas Wilkens

Volkswagens Nutzfahrzeugtochter Traton hat mit dem kalifornischen Experten für autonomes Fahren Tusimple eine strategische Partnerschaft geschlossen. Als erstes wollen sie zwischen Södertälje und Jönköping in Schweden eine erste etwa 300 km lange Route in Betrieb nehmen, auf der Scania-Lkw auf der Autonomiestufe 4 fahren sollen. Dabei übernimmt hauptsächlich die Computer der Fahrt, der Fahrer greift nur in Notfällen ein. Traton übernimmt zudem eine Minderheitsbeteiligung an Tusimple.

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Traton will in Schweden, Deutschland und weiteren Ländern Lkw-Flotten auf der Straße erproben, die ohne Fahrer auskommen. Ein Hintergrund sei, dass sich so mittelfristig der zunehmende Mangel an Fahrern abschwächen lasse, teilte Traton mit. Allein in Deutschland fehlten derzeit rund 60.000 Fahrer.

Autonom fahrende Lkw seien auch in der Lage, die Gesamtauslastung der Lkw-Kapazitäten zu verbessern, meint Traton. Erste Anwendungsfälle außerhalb von abgegrenzten Bereichen seien insbesondere für hochfrequentierte Hub-to-Hub-Routen denkbar. Autonom fahrende Lkw böten Vorteile im Langstrecken-Güterverkehr; dazu gehörten mehr Sicherheit und Effizienz bei gleichzeitiger Einsparung von Kraftstoff und Betriebskosten.

Tusimple hat seine Technik für hochautomatisiertes Fahren nach eigenen Angaben seit 2017 mit mehreren Millionen Testkilometern auf öffentlichen Straßen erprobt. Zu Traton gehören neben Scania unter anderem die Marken MAN und RIO. Scania versuchte sich bereits in vernetztem Kolonnenverkehr und mit Oberleitungs-Lkw.

(anw)