Autonomer Shuttle Olli: Hersteller Local Motors hört offenbar auf

Angestellte des Unternehmens Local Motors verabschieden sich von ihrem Job. Offenbar stellt das Unternehmen seinen Betrieb ein.

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Ein Olli im Design der Deutschen Bahn.

(Bild: Deutsche Bahn)

Von
  • Andreas Wilkens

Local Motors, Hersteller des vollautonomen elektrischen Shuttles Olli, hat offenbar seinen Geschäftsbetrieb eingestellt. Das ist aus Einträgen von Beschäftigten des Unternehmens auf dem sozialen Netzwerk Linkedin zu entnehmen.

So schreibt Jeff Hollowell, der seit 2019 bei Local Motors als stellvertretender Direktor für die IT zuständig war, das Unternehmen habe seine Tore geschlossen. Chris Stoner, der für den Kundendienst zuständig war, schreibt, Local Motors habe zum heutigen 14. Januar aufgehört zu existieren. Von Local Motors selbst ist dazu noch nichts zu vernehmen.

Local Motors wurde 2007 gegründet und setzte in seiner Automobilentwicklung auf "Crowd Power" und Open Source. Mit diesen Prinzipien wollte das Unternehmen das Ziel anstreben, lokale Probleme lokal zu lösen und den Verkehr globaler nachhaltiger zu machen. An der Entwicklung von Fahrzeugen und Komponenten war laut Unternehmensangaben eine Gemeinschaft von 30.000 Designern, Herstellern, Ingenieuren und anderen beteiligt. Mit dem Projekt kooperierten auch einige Unternehmen und andere Organisationen, aus Deutschland Siemens.

Erstes Projekt war ein Wüstenbuggy namens "Rally Fighter" mit konventionellem V8-Motor. Hierzulande bekannt geworden sein dürfte Local Motors durch den autonomen Bus Olli, der für Firmengelände und Krankenhäuser, Militärstützpunkte und Universitäten entwickelt worden war. Bis zu zwölf Passagiere kann er mit einem Höchsttempo von 40 km/h transportieren. Eine drahtlose Anbindung an IBMs Watson sollte dem autonomen Kleinbus die notwendige Intelligenz verschaffen, die Daten zu analysieren, Entscheidungen zu treffen und gegebenenfalls die menschliche Sprache der Fahrgäste interpretieren zu können.

Den Kleinbus präsentierte der damalige Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) 2017 im Design der Deutschen Bahn. Er sollte im niederbayrischen Bad Birnbach eingesetzt werden, dort wurde dann aber der Kleinbus EZ10 von Ligier genommen. Im Februar 2021 sollte der Olli 2.0 in Angriff genommen werden, doch nach einer Ankündigung im Oktober 2020 blieb es um den neuen Shuttle still.

(anw)