Autonome Autos: Unternehmen füllen ihre "Kriegskassen" mit Milliarden

Viele Unternehmen arbeiten an selbstfahrenden Autos. Inzwischen zeichnet sich ab, dass es ein Spielfeld für Player mit Milliarden-Geldpolstern wird.

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Als ein Anwendungsszenario für autonome Autos in Zeiten der Pandemie sieht Cruise Essensauslieferungen.

(Bild: Cruise)

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  • dpa

Große Entwickler autonomer Autos wappnen sich mit Milliarden-Geldspritzen für den Kampf um den Straßenverkehr der Zukunft. Der Robotaxi-Spezialist Cruise etwa bekommt einen Milliardenkredit von der Konzernmutter General Motors, die Google-Schwesterfirma Waymo sicherte sich 2,5 Milliarden Dollar von diversen Investoren.

Bei Cruise sei mit der GM-Kreditlinie von 5 Milliarden Dollar (4,1 Milliarden Euro) die "Kriegskasse" nun auf 10 Milliarden Dollar angewachsen, schrieb Firmenchef Dan Ammann in einem Blogbeitrag. Das sei ein hoher, aber angesichts der anstehenden Investitionen auch ein notwendiger Betrag, betonte er.

An der Geldspritze für Waymo beteiligen sich laut Blogbeitrag neben dem Mutterkonzern Alphabet auch der Autohändler AutoNation sowie verschiedene Finanzinvestoren. Waymo betreibt bereits einen Robotaxi-Dienst in Teilen der Stadt Phoenix in Arizona – zum Teil ohne Sicherheitsfahrer am Steuer.

Cruise hat angekündigt, tausende Robotaxis auf die Straßen in Dubai zu bringen. Zum Jahr 2030 wird dort eine Flotte aus 4000 Fahrzeugen angepeilt. Das Unternehmen, das mehrheitlich GM gehört und zugleich Milliarden von Investoren wie Honda und Microsoft anlockte, testet seit Jahren selbstfahrende Elektroautos in San Francisco und will auch dort einen Robotaxi-Dienst starten.

Cruise stellte Anfang 2020 seinen Prototypen mit dem Namen Origin vor. Das Fahrzeug soll komplett ohne Lenkrad und Pedale auskommen. Cruise will die Produktion des Modells im kommenden Jahr in einem GM-Werk in Detroit aufnehmen. Im Moment werden Fahrzeuge einer Vorserie aus knapp 100 Origin-Wagen gebaut.

Unterdessen steigert GM auch insgesamt kräftig die Investitionen in Elektromobilität sowie in selbstfahrende und vernetzte Autos. Bis Ende 2025 will der größte US-Autohersteller nach eigenen Angaben vom Mittwoch 35 Milliarden Dollar in diese Geschäftsbereiche stecken. Das ist rund ein Drittel mehr als zuletzt geplant war.

"Wir investieren aggressiv", verkündete GM-Chefin Mary Barra. Der Konzern strebe an, seine weltweiten E-Autoverkäufe bis 2025 auf mehr als eine Million Stück zu steigern. Bislang tat sich GM beim Thema Elektromobilität allerdings eher schwer und sah in den letzten Jahren besonders angesichts des großen Erfolgs von Tesla ziemlich alt aus.

Auch andere Autokonzerne nehmen viel Geld in die Hand. So peilt der große Rivale Volkswagen im gleichen Zeitraum Investitionen von insgesamt 73 Milliarden Euro in Elektro-Technologien und Digitalisierung an.

(anw)