Autonomes Fahren: Cruise übernimmt Seniorenkutsche Voyage

Voyage betreibt Robotaxis in sonnigen Seniorensiedlungen in den USA. Nun wird das Unternehmen Teil des GM-Konzerns.

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Cruise-Auto an der Kreuzung Stockton & Sutter in San Francisco (farblich verfälscht)

Archivaufnahme eines autonomen Cruise-Fahrzeugs in San Francisco (2018)

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

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  • Daniel AJ Sokolov

Die Konsolidierung bei Entwicklern selbstfahrender Kraftfahrzeuge geht weiter: Die GM-Tochter Cruise übernimmt Mitbewerber Voyage, der Robotaxis in mehreren Senioren-Siedlungen in den USA betreibt. Das hat Voyage am Montag mitgeteilt.

"Als eine der ersten Firmen die mit autonomen Fahrzeugen Kunden bedient, hat Voyage bewiesen, dass wir die Herausforderung meistern können, tragfeste Wirtschaftlichkeit beim Selbst-Fahren zu verwirklichen", schreibt Voyage-Gründer Oliver Cameron, "Selbstfahr-Technik zu liefern ist schwer, aber ein überlebensfähiges Selbstfahr-Geschäft auf die Beine zu stellen ist schwieriger." Mit Cruise soll Voyage nun die leistbarste Transportalternative für Jedermann hervorbringen.

Dazu gehört wohl auch ein Umstieg von Fahrzeuge aus den Fabriken Fiat Chryslers zu Autos von GM. Seit Ende 2020 testet Cruise in San Francisco selbstfahrende Autos namens Cruise Origin ohne Sicherheitsfahrer. Cruise hat Geld und namhafte Partner. Zu den Investoren zählt neben der Mutter GM auch Honda. Microsoft ist ebenfalls bei der Robotaxi-Firma General Motors' eingestiegen.

Offenbar wird nur ein Teil der etwa 60 Personen umfassenden Voyage-Belegschaft weiterbeschäftigt: "Ich bin begeistert, dass wichtige Mitarbeiter unseres Voyage-Teams ihre umfangreiche Erfahrung in der Fahrzeugentwicklung werden nutzen können, um ihre Einfluss auf Cruise Origin zu haben", teilt Cameron mit. Den Kaufpreis verrät er nicht.

Laut dem Investment Monitor gab es in den letzten fünf Jahren Tausende Übernahmen im Bereich fahrerloser Technik. Alleine in Deutschland gab es demnach 457 Übernahmen mit einem Gesamtwert von 161 Milliarden US-Dollar. In China waren es 794 Übernahmen (71 Milliarden Dollar), in Großbritannien 503 (86 Milliarden Dollar). Und in den USA beläuft sich der erfasste Gesamtwert sogar auf 219 Milliarden Dollar.

Zu den prominenten Deals gehörte zählt die Übernahme Zoox' durch Amazon und die Partnerschaft Hyundais mit Yandex. Im Rennen um die Entwicklung selbstfahrender Autos das Handtuch werfen musste Uber. Die Skandalfirma hat die Sparte für selbstfahrende Autos abgegeben.

(ds)