BDI: EU darf Standards und Normen nicht China überlassen

Der Bundesverband der Deutschen Industrie möchte von der EU eine klare Kante gegenüber China sehen. Bei Normen und Standards könnte Europa abgehängt werden.

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(Bild: Herr Loeffler/Shutterstock.com)

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) drängt die EU zu mehr internationalem Machtbewusstsein bei Normen und Standards. Insbesondere bei der Normung und Standardisierung von Zukunftstechniken laufe Europa Gefahr, von China abgehängt zu werden.

Das aktuelle Positionspapier des BDI folgt auf gesteigerte Bemühungen Chinas Standards und Normen stärker unter seine Kontrolle zu bringen. Verliere Europa hier an Einfluss, drohe auch ein Rückgang der Nachfrage nach deutschen und europäischen Techniken und der Verlust von Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit, erklärt der BDI.

Der Verband wünscht sich, dass Europa weiterhin internationaler Standard-Setzer bleibt. Als "Standard-Nehmer" verliere der Standort Expertise und büße auch bei der strategischen Souveränität ein. Der BDI berechnet, dass der "volkswirtschaftliche Nutzen des in Normen und technischen Regeln kodifizierten Wissens" sich allein in Deutschland "auf 17 Milliarden Euro pro Jahr" belaufe.

Deshalb solle die EU Normen und Standards "künftig zum festen Bestandteil europäischer Handelsstrategien" machen. China strebe geopolitisch – unter anderem mit der Seidenstraßeninitiative – eine führende Position der internationalen Normung an. Ein Anzeichen hierfür sei auch, dass China seine Sekretariate bei der International Organisation for Standardisation (ISO) in den vergangenen elf Jahren verdoppelt habe.

Der BDI erwarte, dass Peking international vereinbarten Normen konsequent anwende und entgegenstehende nationale Normen zurücknimmt. Der Ankündigung, 85 Prozent der internationalen Normen bis 2025 in das chinesische Normenwerk zu übernehmen, sollten laut Verband rasch Taten folgen.

Ablehnend zeigt sich der BDI, wenn es darum geht, dass die EU-Kommission in Zukunft selbst mehr technische Spezifikationen erarbeiten könnte. Hier möchte er weiterhin eine Abstimmung zwischen Wirtschaft, Normungsorganisationen und EU-Institutionen beibehalten und keine Bestimmungsgewalt an die EU übertragen. Eine weitere Zusammenarbeit mit China sieht der BDI in einer verstärkten europäisch-chinesischen Kooperation. Gemeinsame technologische Leitlinien könnten laut Verband beiden Seiten zum Vorteil gereichen.

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(kbe)