Elektroautos: BMW-Manager macht sich wegen des Apple Car keine Sorgen

Der Finanzchef des deutschen Autokonzerns verliert laut eigenen Angaben wegen der Fahrzeugpläne des iPhone-Herstellers keinen Schlaf.

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Ein BMW – hier aus vergangenen Zeiten.

(Bild: Roman Belogorodov / Shutterstock.com)

Von
  • Ben Schwan

Apple plant, ins Geschäft mit eigenen Elektroautos einzusteigen – die Frage ist aktuell nur noch, wann es soweit ist. In der Branche der traditionellen Fahrzeugbauer gibt man sich jedoch betont gelassen.

Nachdem erst kürzlich VW-Chef Herbert Diess in einem Interview mitteilte, ein E-Auto von Apple mache ihm keine Angst, da die Autoindustrie kein typischer Techniksektor sei, den man mit einem einzelnen Schlag übernehmen könne, äußert sich nun auch ein hoher Manager vom Konkurrenten BMW auf ähnliche Art.

Im Gespräch mit der Finanznachrichtenagentur Bloomberg sagte Nicolas Peter, Finanzchef (Chief Financial Officer, CFO) des Münchner Konzerns, er schlafe "sehr friedlich" mit Blick auf Apple. Wettbewerb sei eine "wunderbare Sache", so der Manager. "Sie hilft, die anderen zu motivieren". Er sehe BMW "in einer sehr starken Position und wir wollen in einer Führungsposition in der Industrie bleiben".

Unangreifbar ist BMW im E-Auto-Sektor allerdings kaum. So schnappte sich Tesla mit Modell S und Modell 3 Anteile eines Marktes, in dem die Münchner gut dabei sind. BMW-CEO Oliver Zipse beruhigte im Februar allerdings, er glaube nicht daran, dass Tesla weiter so schnell wachsen werde, wenn traditionelle Hersteller einen Gegenangriff mit mehr E-Fahrzeugen starteten.

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BMW-Finanzchef Peter glaubt, dass Premiumhersteller wie BMW in einer guten Position sind, weil sie die notwendigen Milliarden haben, um für notwendige neue Technologien zu sorgen. Dazu gehört ein weiteres Investment in digitale Mobilitätsdienste wie Share Now, auch wenn die noch immer nicht das große Geld bringen. Man bereite sich darauf vor, dass Privatautos in den Großstädten künftig weniger leicht zugelassen werden, so Peter. Zusammen mit Partner Daimler soll über eine Milliarde in dieses Business fließen.

Nach wie vor ist unklar, welche Art von Fahrzeugen Apple tatsächlich plant. Dass es ein teilautonomes E-Auto wird, gilt allerdings als ausgemacht. Zuletzt gab es wieder Schlagzeilen über mögliche Produktionspartnerschaften. Dabei galt zunächst Hyundai beziehungsweise Kia als heißer Partner, es gab aber auch Gespräche mit Nissan. Alternativ könnte Apple auch beim iPhone-Auftragsfertiger Foxconn herstellen lassen, der gerade entsprechende Kompetenzen aufbaut. (bsc)