BOE: Chinesischer OLED-Panel-Lieferant fliegt wohl beim iPhone 14 raus

Nach unabgesprochenen Design-Änderungen soll sich Apple entschieden haben, bei seinem nächsten Smartphone nur auf Samsung und LG zu setzen.

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iPhone 13 in Grün.

Der Nachfolger des hier abgebildeten iPhone 13 wird im September erwartet.

(Bild: Apple)

Von
  • Ben Schwan

Apple streicht offenbar einen Zulieferer für eine der wichtigsten Komponenten des iPhone. Der chinesische Display-Spezialist BOE Technology sollte rund 30 Millionen OLED-Panels für die nächste Generation des Smartphones bauen. Diese Aufträge würden nun an die zwei weiteren Bildschirmlieferanten, Samsung und LG Display, abgegeben, heißt es in einem Medienbericht aus Südkorea.

BOE Technology sollte eigentlich dabei helfen, Apples Lieferkette für das iPhone zu diversifizieren. Für das "iPhone 14" und das "iPhone 14 Pro" mitsamt ihrer Max-Modelle plant Apple mit einer Bestellung von insgesamt 150 Millionen Panels, was 10 Millionen Stück mehr wären, als ursprünglich geplant, schreibt das Elektronikfachblatt The Elec. 120 Millionen davon sollten von Samsung und LG Display kommen. Jetzt sollen die beiden südkoreanischen Produzenten auch den BOE-Anteil übernehmen, heißt es.

Grund für Apples Umstellung ist, dass BOE Technology offenbar technische Änderungen am Design der zu liefernden Panels durchgeführt hat, was Apple aber offenbar nur durch Zufall auffiel. Dabei wurde die sogenannte Circuit-Width der Dünnfilmtransistoren erhöht, offenbar sollte so die Produktionsausbeute (Yield) erhöht werden. Das wiederum schmeckte Apple gar nicht. Daraufhin versuchte das BOE-Management, durch einen Vorortbesuch in Cupertino zu retten, was zu retten ist, doch die unabgesprochene Änderung empfand man bei Apple offenbar als Vertrauensmissbrauch. Der iPhone-Konzern ist bekannt dafür, dass er an Lieferanten extrem hohe Ansprüche stellt und stets zahlreiche Sonder- und Anpassungswünsche hat, die umgesetzt werden müssen.

Apple soll gegenüber BOE Technology noch keine Entscheidung getroffen haben, ob es wirklich keine Bestellungen gibt; eine Genehmigung für den Beginn der OLED-Panel-Produktion für das "iPhone 14" wurde allerdings ebenfalls noch nicht erteilt. Deshalb gehen Beobachter davon aus, dass es zu einem Ausschluss kommt – zugunsten von Samsung und LG Display. Dort scheint man die notwendigen Kapazitäten auch zu haben.

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Für BOE Technology wäre dies eine neuerliche Niederlage. Schon in der ersten Jahreshälfte 2022 sollen weniger Displays hergestellt worden sein, weil dem Unternehmen die notwendigen Bauteile – darunter Display-Treiber-ICs – fehlten. Eine weitere Umstellung soll es bei LG Display geben: Dort werde man für Apple erstmals in diesem Jahr auch ein LTPO-TFT-OLED herstellen (Low-Temperature Polycrystalline Oxide), das im "iPhone 14 Pro Max" stecken soll. Mit dem Beginn der Display-Panel-Produktion für das "iPhone 14" wird frühestens im Juni gerechnet.

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(bsc)