Banana Pi BPI-M6: Leistungsstarker Raspi-Konkurrent

Der Banana Pi BPI-M6 ist dem Raspberry Pi 4 denkbar ähnlich, nimmt aber an einigen Stellen Verbesserungen vor. Dazu gehören schnellere CPU-Kerne.

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Einplatinencomputer Banana Pi BPI-M6

(Bild: Banana Pi)

Von
  • Mark Mantel

Banana Pi hat seinen bis dato schnellsten Einplatinencomputer im Format eines Raspberry Pi vorgestellt. Das Herzstück bildet ein eher unbekannter Prozessor, der es laut Datenblatt im Vergleich zu anderen Bastelrechnern in sich hat: Der VideoSmart VS680 von Synaptics verwendet vier Cortex-A73-Kerne, einen Cortex-M3-Koprozessor (etwa für Security-Aufgaben), eine PowerVR-GE9920-GPU von Imagination und einen kleinen KI-Beschleuniger.

Die vier Cortex-A73-Kerne erreichen eine Taktfrequenz von 2,1 GHz. Die CPU sollte somit noch ein gutes Stück schneller sein als beim Raspi 4 mit vier Rechenkernen des älteren Typs Cortex-A72 und einer Taktfrequenz von 1,5 GHz. Den VideoSmart VS680 stellt offenbar der Chipauftagsfertiger TSMC mit einer Strukturbreite von 12 Nanometern her. Dank neuerem Fertigungsprozess sollte sich die Leistungsaufnahme trotz höherer Performance auf dem Niveau des Broadcom BCM2711 (28 nm) bewegen, den die Raspberry Pi Foundation beim Raspi 4 einsetzt.

Der Synaptics VideoSmart VS680 heißt derweil auch Senary SN3680 und stellt eine Weiterentwicklung von Marvells Armada 1500 Ultra mit vier Cortex-A53-Kernen aus dem Jahr 2015 dar. Synaptics hat das "Multimedia Solutions Business" von Marvell im Jahr 2017 übernommen, um die eigene Chipentwicklung zu stärken.

Der restliche Aufbau ist ähnlich zum Raspi 4. Allerdings hat der BPI-M6 vier USB-A-Anschlüsse ausschließlich mit USB-3.0-Geschwindigkeit (5 Gbit/s, auch USB 3.2 Gen 1 genannt) und kein USB 2.0 mehr. Ein Micro-HDMI-2.0-Port steuert einen 4K-Bildschirm mit 3840 × 2160 Pixeln und 60 Hertz an, während ein zweiter Micro-HDMI-Anschluss als Bildeingang zum Durchschleifen eines Videosignals dient.

Erweiterungen lassen sich per GPIO-Leiste mit 40 Pins oder über einen M.2-E-Key-Steckplatz anschließen, etwa für ein WLAN-Modul zusätzlich zum Gigabit-Ethernet-Port. Zudem gibt es ein Camera Serial Interface (MIPI CSI). Die Stromversorgung erfolgt über einen USB-Typ-C-Port. Einen Klinkenanschluss für Headsets ist nicht vorhanden, sodass man bei Bedarf auf ein USB-Audio-Interface angewiesen ist.

Ausstattung des Banana Pi BPI-M6, unter anderem mit viermal USB 3.2 Gen 1 (5 Gbit/s).

(Bild: Banana Pi)

Banana Pi legt eine einzige Version des BPI-M6 mit 4 GByte LPDDR4-RAM und 16 GByte eMMC-Speicher auf. Über einen Micro-SD-Kartenleser lässt sich der Massenspeicher erweitern. Gehäuse für den Raspi 4 könnten auf dem ersten Blick kompatibel sein.

Wann die Auslieferung des BPI-M6 zu welchem Preis beginnt, verrät Banana Pi noch nicht. Traditionell lässt sich die Firma zwischen Vorstellung und Lieferstart einige Monate Zeit.

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