Batteriezellenfabrik in Bitterfeld-Wolfen soll vorerst nicht weitergebaut werden

Zulieferer Farasis wollte in Bitterfeld-Wolfen dieses Jahr eine Batteriefabrik in Betrieb nehmen. Doch nun will das Unternehmen das Vorhaben überdenken.

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Daimler-Vorstandsmitglied Markus Schäfer links und Dr. Yu Wang, Gründer und CEO Farasis Energy (Ganzhou) Co., Ltd. rechts im Bild.

(Bild: Mercedes)

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  • dpa

Der chinesische Hersteller und Mercedes-Zulieferer Farasis stellt Bau einer Batteriefabrik in Bitterfeld-Wolfen vorerst zurück. Das Projekt in der angepeilten Größenordnung von 600 Millionen Euro werde nach aktuellem Stand nicht umgesetzt, sagte der Chef des Stabs Wirtschaftsförderung der Stadt Bitterfeld-Wolfen, Steve Bruder.

Das börsennotierte Unternehmen Farasis äußerte sich weitaus vorsichtiger: "Ich kann es weder bestätigen noch dementieren", sagte heute eine Unternehmenssprecherin. Allerdings hätten sich die Prioritäten verschoben und Pläne geändert. Das Unternehmen sei dabei, eine neue Strategie zu entwickeln. Dies sei allerdings noch nicht spruchreif, so die Sprecherin. Man befinde sich hierfür in enger Abstimmung mit dem strategischen Partner Mercedes.

Auch wegen der "Dynamik am Markt" habe man die Pläne vorerst auf "Hold" gesetzt, sagte die Sprecherin des Unternehmens. Außerdem hänge die Entscheidung mit einem Farasis-Werk in der Türkei zusammen, auf das man sich jetzt stärker konzentrieren wolle.

Die Ansiedlung von Farasis in Bitterfeld-Wolfen sei aber weiterhin geplant, teilten Stadt und Unternehmen mit. Die Dimension werde voraussichtlich aber etwas kleiner ausfallen als ursprünglich geplant. Der Konzern hatte im Technologiepark der Stadt eine Fläche erworben. Geplant ist nach Angaben von Bruder in einem ersten Schritt die Produktion von Batteriemodulen auf etwa einem Drittel der ursprünglich geplanten Fläche. "Das heißt man lässt sich die Zellen aus China liefern und produziert dann hier die Module." Perspektivisch sei aber denkbar, später auch Batteriezellen in Bitterfeld-Wolfen zu fertigen.

Eigentlich hatte der Mercedes-Zulieferer Farasis geplant, in Bitterfeld-Wolfen ab 2022 Batteriezellen zu fertigen. Rund 600 Jobs sollten entstehen. Der Standort sollte zudem neuer Europasitz des Konzerns werden.

Bereits im Juli 2021 hatte das Unternehmen allerdings Zweifel an dem Vorhaben geäußert. Man überarbeite die europaweite "Lokalisierungsstrategie", hieß es damals. Hierbei ging es um die Entscheidung, welche Batteriezellen wo produziert würden. Ob die Planungen für Bitterfeld-Wolfen damit hinfällig seien, ließ das Unternehmen offen.

Farasis wurde 2002 in Kalifornien gegründet und sitzt inzwischen im chinesischen Ganzhou. Seinen Deutschland-Sitz hat das Unternehmen in Frickenhausen bei Esslingen. Der Konzern ist einer von mehreren Batteriezellen-Zulieferern des Autohersteller Mercedes. Die Stuttgarter bauen die Batterien für ihre Elektroautos zwar selbst. Sie kaufen einen Großteil der Zellen, die in den Batterien stecken, aber bisher zu.

(fpi)