Baustellenwarnungen kommen per pWLAN ins Auto

Als erste Anwendung für die Autovernetzung C-ITS bietet die Autobahn GmbH nun einen Baustellenwarner an.

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(Bild: Autobahn GmbH)

Von
  • Andreas Wilkens

Die kooperativen intelligenten Transportsysteme (Cooperative Intelligent Transport Systems, C-ITS) werden erstmals auf deutschen Autobahnen angewendet. Die Autobahn GmbH des Bundes betreibt nun eine Baustellenwarnung; die Informationen werden in Echtzeit über pWLAN übermittelt. Zunächst wird der Dienst auf ausgewählten Autobahn-Korridoren betrieben. Um welche es sich handelt, teilte die Autobahn GmbH heise online auf Anfrage noch nicht mit. Bis 2023 soll der Dienst deutschlandweit eingeführt werden.

Wenn sich ein entsprechend ausgerüstetes Fahrzeug einer Tagesbaustelle nähert, wird der Fahrer oder die Fahrerin darüber informiert, noch bevor die Baustelle ins Blickfeld gerät. Für die Direktkommunikation sind als erste Serienfahrzeuge die VW-Modelle Golf 8, ID.3 und ID.4 ausgerüstet. Andere Diensteanbieter können die Informationen über den Mobilitätsdatenmarktplatz des Bundes (MDM) abrufen und über Mobilfunk in Fahrzeuge bringen, teilt die Autobahn GmbH mit.

"Mit dieser ersten C-ITS-Anwendung erhöhen wir die Sicherheit der Verkehrsteilnehmenden und unseres Baustellenpersonals", erläutert Prof. Gerd Riegelhuth von der Autobahn GmbH. "Außerdem unterstützen wir damit eine vorausschauende Fahrweise, wodurch der Verkehrsfluss effizienter wird und gleichzeitig Ressourcen geschont werden können."

Industrie und Behörden hatten sich 2016 auf Initiative der EU-Kommission verständigt, C-ITS kooperativ einzurichten. Die Projektbetreiber denken auch daran, dass künftig die Fahrzeuge automatisiert auf Nachrichten reagieren können. Das Fahrzeug könne auch als mobiler Sensor dienen, um zum Beispiel Verkehrsmodelle und digitale Karten zu komplettieren und das Verkehrsmanagement dynamischer und effektiver zu gestalten.

Die EU-Kommission wollte pWLAN für die Auto-Vernetzung verpflichtend machen. Das Vorhaben wurde aber von einer Mehrzahl der EU-Mitgliedsländer im Sommer 2019 gestoppt, darunter Deutschland. In Europa setzen einige Autohersteller wie Volkswagen auf pWLAN (IEEE-Spezifikation 802.11p), während andere die moderne Mobilfunktechnik C-V2X vorziehen, die auf LTE und 5G basiert. Im November 2020 hat die US-amerikanische Regulierungsbehörde FCC pWLAN das Funkspektrum entzogen – ein Schritt, der auch für Europa Konsequenzen haben könnte.

(anw)