Baustellenwarnungen per pWLAN: "Auch andere Technik möglich"

Seit ein paar Tagen können Autos mit geeigneter Technik Baustellenwarnungen empfangen. Für pWLAN habe die Marktreife gesprochen, sagte die Autobahn GmbH.

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(Bild: Autobahn GmbH)

Von
  • Andreas Wilkens

Die Autobahn GmbH bietet ihre Baustellenwarnung per pWLAN an, weil die Marktreife dieser Übertragungtechnik erwiesen sei. Vor der Einführung des Systems sei auch andere Technik berücksichtigt worden, teilte die Autobahn GmbH heise online mit.

Seit vergangener Woche können Autofahrer:innen, in deren Fahrzeugen die entsprechende Technik eingebaut ist, auf manchen Autobahnstrecken automatisch vorab über Baustellen informiert werden. Übertragen werden die Informationen per pWLAN (IEEE-Spezifikation 802.11p). Bevor das System eingeführt wurde, sei auch C-V2X berücksichtigt worden – das auf LTE und 5G basiert; für pWLAN habe gesprochen, dass "alle Komponenten für eine erfolgreiche Umsetzung der Technik auf dem Markt verfügbar sind", wie die Autobahn GmbH mitteilt.

Das bedeute aber nicht, dass sich die Autobahn GmbH letztgültig auf eine Technik festgelegt habe. Sie verfolge das Thema kooperative intelligente Transportsysteme (Cooperative Intelligent Transport Systems, C-ITS) in einem hybriden Ansatz. Auch die bereits bestehende Möglichkeit, Daten via Mobilitätsdatenmarktplatz des Bundes (MDM) zu nutzen, sehe ja bei den Service-Providern eher die Kommunikation über Mobilfunk vor.

Die C-ITS zugrundeliegende Verordnung zur Ergänzung der EU-Richtlinie 2010/40/EU sei es gewesen, die Mindestanforderungen an die Interoperabilität von C-ITS festzulegen und die großmaßstäbliche Einführung von C-ITS-Systemen und -Diensten ab 2019 zu ermöglichen, erläutert die Autobahn GmbH. Die Verordnung habe allerdings keine Verpflichtung vorgegeben, WLANp zur Nahbereichskommunikation zu nutzen. Auch Technik wie C-V2X sei berücksichtigt worden.

Ursprünglich wollte die EU-Kommission pWLAN für die Auto-Vernetzung verpflichtend machen. Das Vorhaben wurde aber von einer Mehrzahl der EU-Mitgliedsländer im Sommer 2019 gestoppt, darunter Deutschland. In Europa setzen einige Autohersteller wie Volkswagen auf pWLAN, während andere die moderne Mobilfunktechnik C-V2X vorziehen, die auf LTE und 5G basiert. Im November 2020 hat die US-amerikanische Regulierungsbehörde FCC pWLAN das Funkspektrum entzogen; das könnte auch für Europa Konsequenzen haben.

(anw)