Bayern: Mehr Anzeigen wegen Fake-Shops während Corona-Krise

Die Pandemie hat dem Online-Shopping einen Schub gegeben und das wissen auch Betrüger für sich zu nutzen. Bayrische Ermittler verzeichnen mehr Abzocke im Netz.

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(Bild: Natee Photo/Shutterstock.com)

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  • dpa

Betrug mit Fake-Shops im Internet liegt während der Corona-Krise bei Kriminellen offenbar im Trend. Allein in den ersten drei Quartalen des Jahres 2021 verzeichnete das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) 4117 Anzeigen in dem Bereich. Das sind mehr als doppelt so viele wie noch im gleichen Zeitraum des Jahres 2020 (1984 Anzeigen) – und fast sechsmal so viele wie im ganzen Jahr 2019 (rund 720).

Die Vermutung liege nahe, dass die Corona-Pandemie etwas damit zu tun habe, sagte Thomas Goger von der Zentralstelle Cybercrime in Bamberg, die sich mit Online-Betrug im Freistaat auseinandersetzt. Ob tatsächlich ein Zusammenhang zur Pandemie bestehe, müsse letztendlich aber die kriminologische Forschung beantworten.

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"Wenn alle zu Hause sitzen und generell mehr übers Internet bestellt wird, wird der Markt für Betrüger lukrativer", sagte Goger. Es gebe Läden und Anbieter, die wahrscheinlich nie daran gedacht hätten, in ihrem Leben noch einmal einen Webshop aufmachen zu müssen. Das erhöhe natürlich auch die Gelegenheiten für Straftaten. Auch das LKA hält die Zunahme des Online-Handels für eine denkbare Erklärung.

Die Zahlen des LKA zeigen, dass die Anzeigen in dem Bereich zu Beginn der Pandemie schlagartig anstiegen: Vom ersten zum zweiten Quartal 2020 stieg die Zahl von 172 auf 678 an. Im dritten Quartal 2021 waren es schon 1628 Anzeigen.

Fake-Shops sind meist professionell gestaltete Internetseiten, auf denen scheinbar Waren gekauft werden können – oft zu verdächtig verlockenden Preisen. Wer zahlt, wartet dann aber vergeblich auf die bestellten Güter. Letztendlich lebe das Geschäftsmodell davon, etwas zu einem Preis anzubieten, den Menschen gerade noch bereit seien, per Vorkasse zu zahlen, erklärte Goger. 300 bis 500 Euro seien da die Schmerzgrenze.

Die Täter suchten sich Produkte aus, die gerade interessant seien. Das könnten Grafikkarten, Playstations, wie die begehrte PS5, und momentan vielleicht Corona-Schnelltests sein, sagte Goger. Ermittlungsverfahren mit dezidiertem Corona-Bezug machten aber nicht die große Masse aus.

Wenn Geschädigte Fake-Shops anzeigten, seien diese meist schon längst vom Netz und viele Spuren schon kalt. Erfolgreicher seien Ermittlungen gegen noch laufende Fake-Shops, zum Beispiel wenn redliche Händler feststellten, dass ihre Produktbilder dort auftauchen.

(kbe)