BeagleV: Einplatinencomputer mit RISC-V-CPU, HDMI und KI-Beschleuniger

Die SiFive-Tochter StarFive, Seeedstudio und BeagleBoard.org haben den Einplatinencomputer BeagleV entworfen, der mit 4 GByte RAM ab 120 US-Dollar kosten soll.

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(Bild: Seeedstudio)

Von
  • Mark Mantel

Der chinesische Hersteller Seeedstudio kündigt mit dem BeagleV einen vergleichsweise günstigen RISC-V-Einplatinencomputer an. Anders als etwa der Raspberry Pi 4 setzt der BeagleV auf einen RISC-V-Prozessor mit zwei U74-CPU-Kernen von Architekturdesigner SiFive. Das Tochterunternehmen StarFive hat den Prozessor JH7100 mit der Technik von SiFive entworfen.

Die reine CPU-Leistung dürfte auf dem Niveau von Billig-Mobilprozessoren liegen und damit deutlich hinter den Raspi 4 zurückfallen. Hier geht es um erste Berührungspunkte mit RISC-V. Dank RV64GC-Befehlssatz ist StarFives JH7100 zu Linux kompatibel – eine Debian-Version soll pünktlich zum Lieferstart des BeagleV zur Verfügung stehen.

Zusätzlich eignet sich der Einplatinencomputer zum Ausführen trainierter neuronaler Netze (Inferenz): Im System-on-Chip (SoC) sitzen ein quelloffener Nvidia Deep Learning Accelerator (NVDLA) und eine allgemeine Neural Network Engine mit einer gemeinsamen Rechenleistung von knapp 5 TOPS. Ein Tensilica-Bildsignalprozessor (DSP) analysiert Bildinhalte.

Hinzu kommen 4 oder 8 GByte LPDDR4-SDRAM (fest verlötet) und 40 GPIO-Pins zur Ansteuerung externer Geräte, inklusive der Schnittstellen I2C und I2S, einem Serial Peripheral Interface (SPI) und Universal Asynchronous Receiver Transmitter (UART). Linux wird auf einer Micro-SD-Karte installiert. Gigabit-Ethernet und Wi-Fi 4 runden die Ausstattung ab.

Die erste Version des BeagleV kommt ohne Grafikeinheit daher. Stattdessen wird der Bildsignalprozessor für die Bildausgabe zweckentfremdet: Ein DSI-HDMI-Übersetzer wandelt Daten vom Display Serial Interface (DSI) in ein Full-HD-Signal mit 30 Hertz um. Ab September 2021 will Seeedstudio die Produktion hochfahren und laut CNX Software eine GPU von Imagination Technologies einsetzen.

Die erste Revision verkauft Seeedstudio nur in kleinen Stückzahlen an ausgewählte Interessenten. Im Laufe des Jahres soll der allgemeine Verkauf ab 120 US-Dollar für die 4-GByte-Version beginnen. Für die 8-GByte-Variante hat der Hersteller 140 US-Dollar angesetzt. Einplatinencomputer von Seeedstudio sind üblicherweise auch in Deutschland erhältlich.

(mma)