"Benutzbares" Linux landet auf dem M1-Mac

Corellium, mit dem Apple im Rechtsstreit liegt, ist es gelungen, einen vollständigen Ubuntu-Desktop auf die ARM-Maschinen zu holen. Der Code ist verfügbar.

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Der Pinguin erobert den M1-Mac.

(Bild: Siggy Nowak, gemeinfrei)

Von
  • Ben Schwan

Seitdem Apple ARM-Macs auf den Markt gebracht hat, versuchen verschiedene Gruppen, Linux auf die Maschinen zu portieren. Dem Softwareanbieter Corellium, bekannt für seine praktischen Werkzeuge zur iOS-Virtualisierung, die Apple gerne verhindern möchte, hat nun einen ersten Erfolg vorzuweisen. Den Entwicklern gelang es nun, einen vollständigen Ubuntu-rpi-Desktop auf dem M1-Mac zu booten. Bei der Maschine handelt es sich um einen Mac mini.

Es gibt noch einige Einschränkungen – so muss man per USB-C-Dongle ins Netzwerk gehen (die USB-Unterstützung funktioniert) und kann nicht das integrierte Ethernet nutzen. Corellium hatte sich schon seit Wochen an der Portierung probiert. Der notwendige Code und die notwendigen Patches werden über das GitHub-Repository der Firma vertrieben. Dort ist auch ein Tutorial vorhanden. Corellium hofft, dass sich weitere Entwickler an dem Projekt beteiligen.

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Ebenfalls noch nicht möglich ist die GPU-Beschleunigung. Grafik wird komplett via Software gerendert, was im Alltagsbetrieb noch relativ wenig Freude macht. Apple nutzt in seinen ARM-Macs komplett eigene Grafikeinheiten, entsprechend müssen hierfür zunächst passende Treiber her; ob hieran bereits gearbeitet wird, blieb zunächst unklar. Corellium startete vom Ausgangspunkt des Raspberry Pi, der ebenfalls ARM-basiert ist und ein angepasstes Ubuntu einsetzt. I2C und DART laufen bereits Chris Wade, Chief Technology Officer von Corellium, meinte, der Port sei "vollständig benutzbar". Booten lässt sich per USB.

Zuletzt war es einem Bastler gelungen, Ubuntu auf einem iPhone 7 zu installieren. Dabei handelte es sich sogar um ein Modell, dessen Flashmodule defekt waren – die Nutzung erfolgt via Netboot. Damit dies möglich war, musste jedoch zuvor ein Jailbreak durchgeführt werden. Der Hack gelang mit einer "weitgehend" unmodifizierten Ubuntu-Version 20.04 für ARM64. Dennoch waren einige Patches notwendig.

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(bsc)