ESA-Sonde BepiColombo erneut an Merkur vorbeigerast

Erst 2025 soll BepiColombo in einen Orbit um den Merkur einschwenken, bis dahin bremst sie mehrmals an dem Planeten ab. Nun war sie zum zweiten Mal dort.

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(Bild: ESA/BepiColombo/MTM, CC BY-SA 3.0 IGO)

Von
  • Martin Holland

Die europäisch-japanische Weltraumsonde BepiColombo ist zum zweiten Mal am Merkur vorbeigerast und hat dabei auch Fotos des innersten Planeten im Sonnensystem geschossen. Das erste Bild zeigt Teile der Sonde und die kraterübersäte Oberfläche des Merkurs, es wurde aus einer Distanz von 920 Kilometern gemacht. Später raste die Sonde in lediglich 200 Kilometern Entfernung an dem Planeten vorbei. Während der insgesamt sechs Vorbeiflüge an Merkur können noch keine Fotos mit der hochauflösenden Hauptkamera gemacht werden, da sie geschützt in der Sonde liegt. Bislang können lediglich die sogenannten Monitoring Cameras Fotos mit einer Auflösung von 1024 × 1024 Pixeln machen. Weitere Fotos will die ESA in den kommenden Tagen veröffentlichen.

Der Merkur ist auch das eigentliche Ziel von BepiColombo, bis die Sonde in einen Orbit einschwenken kann, muss sie aber noch mehrmals an ihm vorbeifliegen und abbremsen. Gestartet worden war sie im Oktober 2018 zu ihrer sieben Jahre dauernden Reise. Mit zwei Satelliten an Deck soll sie ab Dezember 2025 die Oberfläche und das Magnetfeld des sonnennächsten Planeten untersuchen. Das europäisch-japanische Gemeinschaftsprojekt mit Gesamtkosten von rund zwei Milliarden Euro soll dazu beitragen, die Ursprünge des Sonnensystems zu verstehen. Bislang ist die Sonde bereits einmal an der Erde und zweimal an der Venus vorbeigeflogen, im Herbst ging es erstmals am Merkur vorbei. Dort wird sie noch viermal vorbeirasen, bevor sie Ende 2025 in eine Umlaufbahn einschwenken kann.

Namensgeber der Mission der Weltraumbehörden ESA und JAXA ist der italienische Mathematiker Bepi Colombo (1920-1984), der schon früh Grundlagen für eine Flugbahn zum Merkur berechnet hatte. Die Vorbereitungen der Mission haben fast 20 Jahre gebraucht. Grund sind auch die unwirtlichen Bedingungen in der Nähe des Merkurs: Um das Überleben der Sonde in dieser nach den Worten der ESA "höllischen Umgebung" zu ermöglichen, musste neue Technik entwickelt werden. Die Reise ist zudem extrem kompliziert, nötig ist mehr Energie als bei einem Flug zum Pluto. Die Entfernung von der Erde zum Pluto ist zwar wesentlich größer als die zum Merkur, aber am Merkur wirkt die Anziehungskraft der Sonne viel stärker.

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(mho)