Bericht: Apple-TV-Stick verworfen, dafür mehr Inhalte für Apple TV+

Apples Videostrategie fährt mehrgleisig. Die Idee eines günstigen Unterhaltungssticks soll der Konzern verworfen haben. Dafür gibt's viel neuen Content.

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(Bild: Apple)

Von
  • Ben Schwan

Apple hat intern offenbar Pläne verworfen, eine kostengünstige Variante seiner Streamingbox Apple TV auf den Markt zu bringen – beispielsweise in Form eines HDMI-Sticks, wie man ihn von Amazons Fire TV kennt. Stattdessen will der Konzern offenbar weiterhin das mindestens 200 Euro teure Apple TV 4K 2021 beziehungsweise das veraltete Apple TV HD (160 Euro beim Hersteller) an Mann oder Frau bringen.

Einem Bericht des IT-Newsdienstes The Information zufolge gab es seit längerem Planungen für eine Apple-TV-Variante als Dongle – technisch wäre das vermutlich problemlos umzusetzen. Doch diese Ideen seien dann aufgegeben worden. Wichtiger sei dem Konzern, seinen Streamingdienst Apple TV+ voranzubringen. Der Konzern betrachtet demnach das im Abo 5 Euro im Monat teure Videoangebot laut dem Bericht weiterhin als Einzelgeschäft und nicht als Möglichkeit, Nutzer zum Kauf von Apple-Produkten zu bewegen.

Apple soll seit 2018 an einem Low-Cost-Dongle für Apple TV gearbeitet haben. Ein Apple-Marketingmann für den Bereich Audio und Video war angeblich die treibende Kraft. Er habe argumentiert, dass ein solches Gerät den Zugriff auf Apple TV+ erleichtern könne, ähnlich wie dies auch bei Amazon Prime Video oder Netflix geschehe. Das Apple-Topmanagement – in Form von Marketingboss Greg Joswiak und Vorgänger Phil Schiller – habe sich aber quergestellt. Man wolle seine Reputation für Premiumprodukte nicht gefährdet, sei eines der Argumente gewesen. Der Marketing-Manager, Tim Twerdahl, habe Apple mittlerweile verlassen.

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Interessanterweise ist Apple TV+ mittlerweile fast überall zu kriegen. Apple verteilt seine TV-App inzwischen auf zahlreiche Geräte – selbst direkte Konkurrenzprodukte wie die von Amazon haben den Service, ebenso Smart-TVs von Samsung und zahlreichen weiteren Herstellern, Videospielekonsolen und mehr. Diese Strategie erlaubt es dem Konzern, weiterhin seinen Streamingdienst zu verbreiten, gleichzeitig aber seine Produktpalette nicht zu verbilligen.

Geld, das durch die Nichtentwicklung eines Apple-TV-Dongles gespart wird, soll unter anderem in neue Apple-TV+-Inhalte fließen. Hier hat der Konzern massiv investiert. So soll laut The Information ab 2022 nochmals deutlich mehr Content – nahezu komplett exklusives Material – in den Dienst fließen. Mindestens ein neuer Film oder eine neue Serienepisode pro Woche sollen hinzukommen, ungefähr das Doppelte der Neuzugänge in diesem Jahr.

(bsc)