Apple plante angeblich Hausarzt-Abodienst

Mithilfe von Gerätesensoren erfassten Daten und eigenen Ärzten wollte Apple wohl den Gesundheitsmarkt aufmischen. Das Projekt sei ins Stocken geraten.

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(Bild: lenetstan/Shutterstock.com)

Von
  • Leo Becker

Apple hatte angeblich vor, als medizinischer Grundversorger in den riesigen Gesundheitsmarkt einzusteigen. Der Konzern habe einen Hausarzt-Abodienst geplant, der die von Apple Watch und iPhone kontinuierlich erfassten Körperdaten des Nutzers mit virtuellen und persönlichen Konsultationen bei Apple-Ärzten kombinieren sollte, wie das Wall Street Journal unter Berufung auf informierte Personen sowie Unterlagen berichtet. Dafür habe Apple auch die Einrichtung eigener Kliniken vorgesehen.

Apple hat vor mehreren Jahren damit begonnen, konzerneigene Ambulatorien für Mitarbeiter einzurichten. Schon damals hieß es, das Unternehmen wolle damit nicht nur die medizinische Grundversorgung der Angestellten sicherstellen, sondern dies auch für Testläufe neuer Initiativen im Health-Sektor einsetzen.

Der geplante Hausartz-Abodienst sei allerdings aufgrund interner Bedenken ins Stocken geraten, schreibt das Wall Street Journal. Mitarbeiter hätten Fragen zu der Integrität der in den Apple-Kliniken gesammelten Gesundheitsdaten gestellt – die das Projekt leitende Managerin habe 2019 in einem Meeting verärgert darauf reagiert und so signalisiert, dass kritische Fragen unerwünscht wären. Sie habe Apple wenige Wochen darauf verlassen.

Ein Apple-Sprecher betonte gegenüber der Wirtschaftszeitung, man habe die Angelegenheit intern untersucht, die Vorwürfe hätten sich nicht erhärtet. Einen Grund für das Ausscheiden der Managerin – eine Health-Expertin der renommierten Stanford University – wollte Apple nicht nennen. Der iPhone-Hersteller betonte, viele Details des Berichtes würden auf "lückenhaften, veralteten und falschen Informationen" beruhen.

Den ambitionierten Plan habe Apple ruhen lassen und sich stärker auf die Weiterentwicklung von Gesundheitsfunktionen rund um die Apple Watch konzentriert, so das Blatt.

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Apples Ambitionen im Gesundheitsmarkt sind kein Geheimnis: Apple-Chef Tim Cook zählt diesen zu den größten Zukunftsmärkten. Apples "größter Beitrag zur Menschheit" werde im Gesundheitsbereich liegen, so Cook vor zwei Jahren. Für iOS 15 hat Apple größere Neuerungen der Health-App geplant: Dazu gehören Hinweise bei auffälligen Trends und eine Prognose zum Sturzrisiko durch die Überwachung der Gehstabilität per iPhone. Nutzer und Nutzerinnen werden ihre Health-Daten zudem mit Familienmitgliedern oder anderen Vertrauten teilen können – in den USA auch mit Ärzten.

(lbe)